Rebecca H. ist mit dem Auto von Olten nach Lostorf unterwegs, als der vor ihr fahrende Lenker plötzlich voll auf die Bremse tritt. Die Autofahrerin beobachtet, wie daraufhin der Lenker des schwarzen BMW vor ihr auf seine Beifahrerin eindrischt.

«Er schlug sehr fest zu und zog an ihren Haaren», berichtet die Zeugin, die aus Angst anonym bleiben möchte, gegenüber «Tele M1». Als Rebecca H. aussteigen will, um die Situation zu klären, fährt der BMW davon.

Es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd durch zwei Kantone. In hohem Tempo geht es von Trimbach nach Schönenwerd, von dort weiter nach Oberentfelden und Suhr. Rebecca H. lässt nicht locker und bleibt dem Schläger dicht auf den Fersen. «Er fuhr Schlangenlinie und benutzte die Gegenfahrbahn», erinnert sich die Verfolgerin.

Fahrt endet in Gränichen

Bei der Coop-Tankstelle in Gränichen macht der Fahrer, ein 48-jähriger Türke, schliesslich halt. Hier kann ihn die Polizei festnehmen. Rebecca H. hatte unterwegs mit dem Handy die Ordnungshüter alarmiert und an die richtige Stelle gelotst.

«So etwas geht nicht. Man schlägt keine Frauen – man schlägt überhaupt nicht. Das ist das Letzte», sagt die Verfolgerin über ihre mutige Tat. «Ich habe getan, was ich als richtig empfand und hoffe, dass mir in einer solchen Situation auch jemand helfen würde.»

Einziger Wermutstropfen: Der Prügler wird für seine Schläge nicht zur Rechenschaft gezogen. Sein Opfer verzichtet auf eine Anzeige. Immerhin muss er seinen Führerausweise abgeben, weil er mit mehr als einem Promille Alkohol im Blut hinter dem Steuer sass. (cze)