Mord in Gränichen
Mord in Gränichen: Opfer und mutmassliche Täter kannten sich

Der in Gränichen getötete 31-jährige Schweizer David M. und die mutmasslichen Täter Daniel G. und Beat G. kannten sich. Weshalb es zu einer Auseinandersetzung und zur folgenden Bluttat kam, ist noch ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Adrian Hunziker
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Tötungsdelikt in Gränichen: Das Aufräumen am Tag danach
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Der Tatort am Tag danach: Die Spurensicherung untersucht das Areal.
Das Einschussloch am Tatort an der Industriestrasse in Gränichen.
Der Tatort in Gränichen am Montag.
Der Tatort am Montag in Gränichen.

Tötungsdelikt in Gränichen: Das Aufräumen am Tag danach

AZ

Tatort: eine Werkstatt in einem Wohn- und Gewerbegebäude an der Industriestrasse in Gränichen. Dort werden normalerweise Metallteile und Kunststoff gefräst. Am Sonntagabend verhaftet die Polizei den Besitzer der Firma, Daniel G., und den Bewohner des Gebäudes, Beat G., kurz nach der Schussabgabe am Tatort. Bei ihnen werden ein Revolver und eine Pistole gefunden.

Die beiden 48-jährigen Männer sind verschwägert und kannten auch den Getöteten, einen 31-jährigen Schweizer. Laut Recherchen von Tele M1 handelt es sich bei ihm um David M. Er ist Familienvater und Schwiegersohn von A. M., dem früheren Besitzer der Firma. Weshalb die drei Männer aneinander gerieten, ist bisher noch nicht geklärt.

Doch ein Nachbar weiss, dass die Firma von Daniel G. florierte: «Er hatte viel Geld und besass einige Autos.» Bei der Firma von Daniel G. sei nichts auffällig gewesen, so etwas habe man nicht sehen kommen können, so der Nachbar weiter.

Nachbarn sind schockiert

Babic kennt den verhafteten Bewohner Beat G. und kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass dieser geschossen haben soll: «Er war ruhig, immer aufgestellt, für alles zu haben und ein sehr guter Kollege.» Babic hatte ab und zu mit Beat G. zu tun, da ihre beiden Väter regelmässig zusammen Motorrad fahren.

Bruno Galli, ein weiterer Anwohner, kennt sowohl Beat G. als auch Daniel G. gut: «Daniel ging häufig mit unserer Tochter reiten. Ich bin schockiert und kann nicht glauben, dass er so etwas machen würde.»

Galli sass am Sonntagabend noch draussen und rauchte eine Zigarette. Dann hörte er den Schuss. Als er ins Haus ging und dies seiner Frau Micheline berichtete, glaubte sie ihm nicht: «Was hörst du wieder für Dinge?» Danach legte sich Galli schlafen.

Als ihn seine Tochter am Montagmorgen anrief und fragte, ob er vom ganzen Geschehen nichts mitbekommen habe, musste Galli verneinen. «Als ich die Polizei sah, ging ich raus und gab ihnen Bescheid, dass ich einen Schuss gehört hatte.» Galli betont immer wieder, wie schockiert seine Frau und er seien.

Alle zwei Wochen eine Party

Das war auch ein anderer Nachbar, dessen Frau den Schuss ebenfalls gehört hatte. «Bei der Firma von Daniel G. war nichts auffällig. So etwas konnte man nicht sehen kommen. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu Daniel G.», sagt der Nachbar. Er sei zwar impulsiv, aber immer sehr hilfsbereit gewesen. «So was hätte ich ihm nie zugetraut. Ich hätte ihm meinen Schlüssel jederzeit anvertraut», sagt der Anwohner. Er weiss, dass das Geschäft von Daniel G. florierte. Er habe viel Geld und mehrere Autos gehabt. «Und sie feierten auf dem Grundstück mehrere Male laute Poolpartys. Doch das gehört dazu.»

Diese Partys bestätigen andere Anwohner. «Die Kantonspolizei musste mehrere Male für Ruhe sorgen», sagt ein weiterer Nachbar. Er meint, es habe pro Monat eine Party gegeben, im Sommer sogar alle zwei Wochen.