Ein örtlicher Polizeivertreter sagte, die Suche nach Opfern dauere noch an. Zuvor war von 26 Opfern die Rede gewesen. Schwer bewaffnete Kämpfer hatten am Sonntagabend in mehreren Fahrzeugen die Stadt nahe der Touristeninsel Lamu gestürmt und wahllos auf Passanten gefeuert. Die Behörden machten die somalische Al-Shabaab-Miliz verantwortlich.

Der Behördenvertreter Benson Maisori sagte, rund 50 Angreifer in drei Fahrzeugen mit den Flaggen der radikalislamischen Rebellengruppe seien in die Stadt eingedrungen. Sie hätten Somalisch gesprochen und "Allahu Akbar" (Gott ist gross) gerufen. Mehrere Hotels, Restaurants, Banken und Behördengebäude seien in Brand gesteckt worden.

Augenzeugen zufolge befanden sich in Bars und Cafés zahlreiche Menschen, um die Fussball-Weltmeisterschaft zu verfolgen. Die Angreifer lieferten sich über Stunden heftige Gefechte mit den Sicherheitskräften, am Montagmorgen war es in der Stadt jedoch ruhig.

Die islamistische Al-Shabaab-Miliz führt im Bürgerkriegsland Somalia seit Jahren einen blutigen Kampf gegen die Regierung. Soldaten der kenianischen Armee beteiligen sich seit dem Jahr 2011 an einem Einsatz der Afrikanischen Union gegen die Miliz. Seitdem häufen sich die Anschläge in Kenia.

Die Islamisten mit Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk bekannten sich unter anderem zu einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem im vergangenen September 67 Menschen getötet wurden. Im Mai töteten Kämpfer der Miliz in nördlich der Küstenstadt Mpeketoni zwei Soldaten.