Das Amtsgericht Solothurn-Lebern hat zwei 24-jährige Schweizer der Brandstiftung sowie verschiedener weiterer Delikte (Diebstahl, Hehlerei, Hausfriedensbruch und Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz) schuldig gesprochen. Sie hatten unter anderem im Mai 2009 in der Region zwischen Solothurn und Selzach in der Art eines «Saubannerzugs» (wir berichteten) insgesamt acht Molotowcocktails gegen verschiedene Objekte und Gebäude geworfen sowie 15 Heuballen in Brand gesteckt.

Urteile deutlich unter den Anträgen des Staatsanwalts

Mit den bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafen von 24 beziehungsweise 14 Monaten blieb das Amtsgericht allerdings deutlich unter den Anträgen des Staatsanwalts, der 42 respektive 36 Monate Gefängnis gefordert hatte. Finanziell wird es für die beiden Verurteilten happig: Sie müssen 80 Prozent der Prozesskosten übernehmen und die Forderungen von mehreren Tausend Franken aus den verschiedenen Sachbeschädigungen bezahlen.

«Wirklich allerletzte Chance»

Die Freiheitsstrafe von 24 Monaten gegen jugendrechtlich vorbestraften Johann V.*, der zusätzlich auch wegen gewerbs- und bandenmässigem Diebstahl verurteilt wurde, ist mit der maximal möglichen Bewährungszeit von fünf Jahren belegt und sei als «wirklich allerletzte Chance» zu betrachten, heisst es in der Urteilsbegründung. Die neue familiäre Situation - Johann V. hat in Norddeutschland geheiratet und will das Kind seiner Frau adoptieren - sowie das Alter von erst 21 Jahren bei der Tat wurden strafmildernd berücksichtigt.

Michael G.* wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten mit einer Bewährungszeit von drei Jahren verurteilt. Dass gegen ihn keine Vorstrafen existieren und dass das Gericht das Rückfallrisiko als klein einstuft, wurde ihm strafmildernd angerechnet.

*Namen von der Redaktion geändert.