Ein Nachbar meldete der Polizei am 25. April kurz vor 21.30 Uhr, dass er in einer Wohnung Personen mit Taschenlampen sehen würde, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden am Donnerstag mitteilte. Die ausgerückte Polizei, die das Mehrfamilienhaus umstellte, traf schliesslich auf den Wohnungseigentümer, der wegen der defekten Stromversorgung eine Taschenlampe gebrauchte.

Noch grösser war jedoch die Überraschung, als die Polizisten die Wohnung betraten und ein Drogenlabor sowie mehrere Behältnisse mit undefinierbaren Substanzen entdeckten. Im Kühlschrank fanden sie unbekannte Flüssigkeiten, die am Auftauen waren. Ausserdem roch es im Keller nach Benzin.

Da eine Chemikalien-Expertin die einzelnen Stoffe als gefährlich einstufte, wenn sie nicht gekühlt sind, wurde sofort die Stromversorgung wiederhergestellt. Ausserdem wurde die Wohnung versiegelt und gesichert.

Schliesslich beurteilten Spezialisten des Kriminaltechnischen Dienstes der Zuger Polizei und des Forensischen Instituts Zürich die Lage: Sie kamen zum Schluss, dass es sich um ein Labor handele, in dem synthetische Drogen - darunter Crystal Meth - hergestellt werden kann.

Aufwändige Räumungsaktion

Die Polizei verhaftete den Wohnungseigentümer - einen 41-jährigen Norweger, der sich nun in Untersuchungshaft befindet. Gegen ihn wird ein Verfahren wegen des Verdachts der Herstellung von Betäubungsmittel geführt.

Für den Abbau des selbstgebastelten Drogenlabors wurde eine Firma beigezogen, die auf Chemikalien und Gefahrengüter spezialisiert ist. Dabei musste die Räumungsaktion laut Strafverfolgungsbehörden akribisch vorbereitet werden und dauerte rund zehn Stunden. Zwischenfälle gab es keine, den Bewohnern wurde jedoch geraten, das Haus während der Räumung zu verlassen.