Basel
Mann auf offener Strasse getötet

Ein 30-jähriger Mann aus Sri Lanka wurde wohl Opfer einer Familienfehde. Er wurde von mehreren Männern verfolgt und brutal zusammengeschlagen. Dann zog einer der Täter eine Waffe und schoss. Das Opfer starb kurze Zeit später am Tatort.

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David Weber

Es waren fürchterliche Szenen, die sich am Sonntagabend im Gundeldingerquartier abspielten. Gegen 22.30 Uhr wurde ein junger Mann mitten auf der Reinacherstrasse, nahe der Münchensteinerstrasse, erschossen.

Beim Getöteten handelt sich um einen 30-jährigen, in Basel wohnhaften Mann aus Sri Lanka, wie die Staatsanwaltschaft (Stawa) gestern Abend bekannt gab. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass der junge Mann Opfer einer Familienfehde zwischen Landsleuten wurde.

Die Behörden konnten noch in der Nacht auf gestern mehrere Tatverdächtige, ebenfalls Staatsangehörige von Sri Lanka, festnehmen, wie Stawa-Sprecher Peter Gill erklärte. Die mutmasslichen Täter seien aus Bern angereist, führte Gill weiter aus. Ihr Fahrzeug konnte in der Nähe des Tatortes sichergestellt werden.

Wie viele Tatverdächtige sich in der Hand der Behörden befinden, wollte Peter Gill nicht verraten. «Wir wollen möglichen Mittätern keine Hinweise geben», sagte Kriminalkommissär Peter Gill.

25-köpfige Sonderkommission im Einsatz

Der genaue Tathergang ist immer noch Gegenstand der umfangreichen Ermittlungen. Das Kriminalkommissariat hat eine 25-köpfige Sonderkommission eingesetzt, der auch Mitarbeiter des Instituts für Rechtsmedizin angehören. Bei einem Kapitalverbrechen ist dieser Personaleinsatz nicht unüblich, wie Gill erklärte.

Die ersten 48 Stunden seien für die Aufklärung des Verbrechens enorm wichtig und arbeitsintensiv. Auch wenn man in den Ermittlungen bereits ein «gutes Stück vorwärts gekommen» sei, sind die Behörden laut Gill auf weitere Informationen angewiesen. Personen, die Angaben zum Tötungsdelikt machen können, sollen sich beim Kriminalkommissariat melden (061 267 71 11).

Die Täter seien mit aussergewöhnlicher Brutalität vorgegangen, berichtete Gill. Mit ihrer Tat auf offener Strasse hätten sie in Kauf genommen, dass auch Dritte zu Schaden kommen. Nach dem tödlichen Angriff musste der untere Teil der Reinacherstrasse, zwischen der Münchensteinerstrasse und der Güterstrasse, aufgrund der Spurensicherung für mehrere Stunden abgesperrt werden.

Die Bluttat vom Sonntagabend war das erste vollendete Tötungsdelikt in Basel in diesem Jahr. Bereits am 11. April kam es in Kleinhüningen zu einer Schiesserei auf offener Strasse. Damals wurde eine Person verletzt. Im letzten Jahr kam es in Basel zu drei vollendeten und neun versuchten Tötungsdelikten.