Möhlin
Liebespaar aufgeschreckt: Vermeintlicher Einbrecher entpuppte sich als Voyeur

Ein Mann stieg heute Nacht auf einen Balkon einer Liegenschaft, um ein Liebespaar zu beobachten. Ein Anwohner dachte an Einbrecher und alarmierte umgehend die Polizei. Diese konnten den Voyeur nach einer filmreifen Flucht festnehmen.

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Ein Liebespaar wurde in Möhlin von einem Voyeur aufgeschreckt

Ein Liebespaar wurde in Möhlin von einem Voyeur aufgeschreckt

AZ

Kurz nach Mitternacht wird ein Parterre-Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Möhlin stutzig. Er wird durch Geräusche auf seinem Sitzplatz aufgeschreckt.

Er stellte dann fest, dass auf seinem Sitzplatz im Erdgeschoss eine Leiter in die Wohnung seines Nachbarn über ihm angestellt war. Der Mann vermutete Einbrecher und alarmierte sofort die Polizei. Mehrere Patrouillen der Kantonspolizei und der Regionalpolizei Unteres Fricktal rückten umgehend aus.

Der Voyeur flüchtete filmreif

Erst später sollte sich herausstellen, dass nicht ein Einbrecher, sondern ein Voyeur am Werk war. Dieser war zuvor auf ein Liebespaar aufmerksam geworden.

Um die beiden zu beobachten, war er mit einer vorgefundenen Leiter auf deren Balkon gestiegen und schaute nun von dort in die Wohnung. Die bald eintreffenden Polizisten umstellten das Mehrfamilienhaus und entfernten die Leiter.

Der Voyeur sah seinen Fluchtweg abgeschnitten und geriet in Panik. Zum Schrecken des Liebespaars rannte er kurzerhand durch die Wohnung ins Treppenhaus und flüchtete aus dem Haus. Verfolgt von den Polizisten spurtete er davon und sprang sogar in den Möhlinbach.

Die Polizisten hatten ihn jedoch bald eingeholt. Da er sich heftig wehrte, mussten die Polizisten Pfefferspray einsetzen. Schliesslich konnten sie ihn in Handschellen legen.

42-jähriger Italiener aus Basel

Beim vorübergehend Festgenommenen handelt es sich um einen 42-jährigen Italiener aus dem Kanton Basel-Stadt. Er ist geständig und muss sich nun vor der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg verantworten.

Jedoch nicht aufgrund von Voyeurismus: Dies ist laut Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, kein Tatbestand. Er muss sich wohl eher wegen Hausfriedensbruch verantworten, auch wenn das Liebespaar bislang noch keine Strafanzeige eingereicht hat.

Eine Anzeige hat er jedoch bereits von der Polizei eingefangen: «Hinderung wegen Amtshandlung». Zu Deutsch: Er liess sich nur mit heftiger Gegenwehr verhaften. (sha/ahu)