Passiert ist das Unglück ausgangs Olten beim Industriequartier bei der Aarebrücke kurz vor dem Hauenstein-Basistunnel. Kurz vor 18 Uhr kollidierten da ein Entlastungszug aus Basel mit der S9, besser bekannt als «Läufelfingerli». Anschliessend entgleiste einer der Züge und blieb in Schräglage stehen. In beiden Zügen befanden sich laut Solothurner Polizei rund 30 Personen.

Der Zug ist von der Wucht des Aufpralls aus den Schienen geworfen worden. Dabei wurde der Führerstand komplett zerstört. Der Lokführer wurde dabei mittelschwer verletzt und musste mit einem Regahelikopter mit Verdacht auf Rückenverletzungen ins Inselspital gebracht werden. Über seinen Gesundheitszustand ist nichts bekannt. Eine weitere Person wurde bei der Kollision leicht verletzt.

Knall beim Zusammenstoss

Der Knall des Zusammenstosses war bis in den Bahnhof Olten zu hören. Danach gab es einen kurzzeitigen Stromunterbruch auf dem Bahnnetz rund um den Bahnhof, weil beim Zusammenstoss ein Fahrleitungsmast geknickt war. Darauf musste der komplette Bahnverkehr angehalten werden.

Die Polizei, Ambulanzen und die Feuerwehr waren mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch ein Helikopter der Regabasis Bern wurde nach Olten beordert.

Ursache noch unklar

Der Bahnhof Olten, ein wichtiger Knotenpunkt im Schweizer SBB-Netz, ist seither nur noch beschränkt befahrbar. Die Strecke von Olten nach Basel ist auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Es sind sämtliche Züge rund um Olten verspätet. Die SBB empfiehlt, den Bahnhof grossräumig zu umfahren. Die Strecke Olten - Basel wird mindestens bis in den Freitag hinein gesperrt bleiben.

Die Ursache des Unfalls ist noch unklar und wird derzeit von Spezialisten der unabhängigen Untersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) des Bundes untersucht, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig erklärt.

Zweiter Unfall innert weniger Monate

Erst Anfang August kam es im aargauischen Döttingen zu einer frontal-seitlichen Kollision zwischen einer Lokomotive und einer S-Bahn. Damals wurden ebenfalls mehrere Personen leicht bis mittelschwer verletzt. Untersuchungen zeigten, dass ein Zug bei einer roten Ampel losfuhr, diese aber nie überfuhr. Kritiker bemängelten in der Folge das veraltete Sicherungssystem auf vereinzelten Strecken der SBB.