Armin Baumann
«KMU sind kleiner und handeln auch flexibler»

Initiant und Organisator Armin Baumann über die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen, deren Chancen und Probleme.

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Aargauer Zeitung

Herr Baumann, alles spricht von der Krise. Warum das KMU Swiss Forum nicht?

Armin Baumann: Einerseits ist das Thema «Krise» als solches langsam ausgereizt. Andererseits zeigt der Titel «Pioniere kennen keine Grenzen» ja auf, wie man Krisen begegnet.

Die Krise als Chance?

Baumann: Ja. Krisen waren schon immer eine Chance für innovative Pionierleistungen. Und sie erinnern Firmen immer daran, nicht träge zu sein und in Lethargie zu verfallen.

Was unterscheidet in der Krise grosse Firmen von den KMU?

Baumann: Die KMU sind kleiner und darum flexibler. Sie sind in der Regel innovativer und denken bei ihren Entscheiden nachhaltiger. Grosse Firmen entlassen massenhaft Personal, das sie früher oder später wieder einstellen müssen. KMU können das nicht, was aber auch ein Vorteil ist.

Bei den Grossen entscheiden Manager, bei den KMU Unternehmer. Wo sehen Sie die Differenz?

Baumann: Manager müssen aus einer monetären Situation heraus entscheiden und handeln darum meistens kurzfristig. Anders die Unternehmer: Sie entscheiden in der Regel sozial und handeln damit langfristig.

Wo liegen die Probleme der KMU?

Baumann: Grosse Betriebe haben für gewisse administrative Bereiche ganze Abteilungen. Der Aufwand, den KMU für Mehrwertsteuer, Buchhaltung, Formularwesen, Pensionskasse etc. leisten müssen, ist immens. Es wäre Aufgabe der Politik, hier einfachere Verhältnisse zu schaffen.

Wie sollen KMU ihr Kompetenzproblem in diesen Bereichen lösen?

Baumann: Die KMU haben ihr Kerngeschäft meist im Griff. Es hapert aber in artfremden Bereichen. Zum Beispiel bei der Informatik. Da sind schon viele KMU von Informatik-Firmen über den Tisch gezogen worden.

Inwiefern?

Baumann: Indem ihnen statt des benötigten VW Käfer ein Rolls-Royce angedreht wurde.

Kann das KMU Swiss Forum helfen, solche Probleme anzugehen?

Baumann: Ja. Wobei hier nicht nur unsere Referate im Vordergrund stehen, sondern auch die Möglichkeit, sich kennen zu lernen, Geschäftsbeziehungen zu pflegen oder neue zu knüpfen. Das KMU Swiss Forum ist daher zu einer gern genutzten Plattform geworden.

Sie werden morgen im Trafo einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnen. Kommen denn die Leute vor
allem wegen dieser Plattform?

Baumann: Beide Aspekte sind wichtig: Derjenige der Wissensvermittlung durch interessante Referenzen sowie der Vernetzungsgedanke.

Die KMU SWISS ist heute eine AG. Wissen und Vernetzung sind offenbar ein grosses Bedürfnis?

Baumann: Das ist so. 65 Unternehmer sind als Aktionäre bei der KMU Swiss AG dabei. Wir organisieren Anlässe, an denen Wissen vermittelt wird, aber auch solche, wo beim Golfspielen in gutem, lockerem Ambiente Networking stattfindet. Das bieten wir zu KMU-freundlichen Preisen an. (-rr-)

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