Aarburg

Kleinkind überlebt Sturz aus dem Fenster nur knapp – schwere Kopfverletzungen

Polizei und Anwohner gestern Vormittag vor dem Haus, aus dem das Kind stürzte.

Polizei und Anwohner gestern Vormittag vor dem Haus, aus dem das Kind stürzte.

Am Montag Vormittag stürzte ein 16 Monate altes Mädchen mehrere Meter in die Tiefe. Ein Horrorerlebnis für die Familie, die nun auch noch in Erklärungsnot gerät.

Rund sechs Meter tief stürzt das 16 Monate alte Mädchen aus dem zweiten Stock des Wohnblocks. Es wird am Kopf und Körper verletzt, erleidet innere Verletzungen. Die Eltern – erst vor vier Monaten eingezogen – rufen die Polizei. Wenig später ist der Hubschrauberrettungsdienst AAA vor Ort und transportiert das Kleinkind mit seiner Mutter von der Aarburger Höhe nach Zürich ins Kinderspital, wo die Ärzte um sein Leben kämpfen. Es sind Minuten und Stunden des Bangens für die Familie aus Eritrea. Im Gespräch mit den Kantonspolizisten hat der Vater Mühe sich auszudrücken – wegen der Sprache und wegen des Schocks. Am Nachmittag endlich die Erlösung: Der Tochter geht es besser. Sie ist ausser Lebensgefahr, erklärt die Kantonspolizei Aargau auf Nachfrage.

Kleinkind nach Sturz aus 2. Stock schwer verletzt

Kleinkind nach Sturz aus 2. Stock schwer verletzt

Nach dem Sturz aus dem Fenster in einen Rosenstock musste ein 16 Monate junges eritreisches Mädchen auf die Intensivstation.

«Einfach nur der Horror!»

Die genauen Umstände und der Hergang der Tragödie von gestern klärt nun die Polizei. Gemeldet wurde der Sturz gemäss Polizeisprecher Bernhard Graser um 9.40 Uhr. Ein Nachbar der eritreischen Familie berichtet, das Kind sei selbstständig über das Elternbett im Schlafzimmer auf den Fenstersims geklettert und deshalb gestürzt. Die Eltern sollen sich in dieser Zeit im Wohnzimmer befunden haben und mit Hausarbeit beschäftigt gewesen sein. Die Polizei geht davon aus, dass diese Schilderung in etwa zutrifft. Doch als wäre der Schock für die Eltern nicht schlimm genug: Geprüft wird nun auch eine mögliche Verletzung der elterlichen Sorgfaltspflicht. Damit wird der Sturz des Mädchens auch zum Fall fürs Familiengericht.

Auffällig ist ausserdem: Das Gebäude ist alt, marode, macht keinen sicheren Eindruck. Die Fenster in den Zimmern liegen tiefer, als man sie heute bauen würde. Im Hausinnern sind diverse Schäden an Decke und Wänden zu erkennen. Fenstergitter lassen sich von aussen entfernen, weil sie kaputt sind und laut einem Anwohner nie repariert wurden – angeblich trotz Meldung an den Vermieter und die Gemeinde. Der Nachbar, der ebenfalls aus Eritrea stammt, sagt: «Die Familie tut mir unendlich leid. Das ist einfach nur der Horror!» Die Wohnungen sind mehrheitlich von Flüchtlingen und Sozialhilfeempfängern bewohnt.

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