Nachwuchs Feuerwehrkader

Keine Nachwuchssorgen beim Feuerwehr-Kader

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38 Feuerwehr-Korporale aus dem Kanton Solothurn absolvierten in Balsthal den Offizierskurs der Solothurnischen Gebäudeversicherung. Am Freitag wurden die Diplome überreicht.

Von Hansruedi Aeschbacher

«Idealerweise bringen die angehenden Offiziere drei bis vier Jahre Führungserfahrung auf Stufe Gruppenführer mit», umschreibt Kurskommandant Oberst und Kantonaler Feuerwehrinspektor Paul Haus (Schönenwerd) die Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss des Feuerwehr-Offizierkurses. Denn, so Haus weiter, «die fachlichen Anforderungen im Kurs selber und vor allem später als Führungsoffizier in einer Orts- oder Betriebsfeuerwehr sind höchst anspruchsvoll».

Im Gegensatz zu den unteren Führungsstufen, wo ein kleines Rekrutierungsmanko bestehe, finde man für die oberen Feuerwehrkader meistens genug Kandidaten, stellt Kurskommandant Haus fest. Die Tendenz, sich nicht mehr freiwillig für die Gesellschaft und die Öffentlichkeit zu engagieren, sei im Feuerwehrwesen noch nicht festzustellen, beantwortet Haus die Frage nach allfälligen Rekrutierungsengpässen.

Der gesamte Feuerwehrbestand im Kanton Solothurn umfasst gegenwärtig rund 4000 Angehörige, darunter 800 Unteroffiziere und 500 Offiziere. Liegt der Frauenanteil im gesamten Solothurner Korps bei rund zehn Prozent, so ist er beim Kader verschwindend klein. Lediglich vier Frauen tragen den Offiziersgrad und mit Alexandra Vogel (Bättwil) aus dem aktuellen Kurs kommt nun eine fünfte Frau dazu. Ansonsten sind im Kurs Nummer 40 nur männliche Teilnehmer.

Der Kurs war voll bepackt mit viel praktischem und theoretischem Lehrstoff. Der erste Kursteil von Anfang Mai konzentrierte sich auf die Festigung der Fachkenntnisse im Gerätedienst und in der Ausbildungsmethodik. Das Hauptschwergewicht der zweiten Ausbildungswoche lag in der Schulung der Einsatztaktik und Einsatztechnik. Dazu wurden elementare Kenntnisse in der Orts- und Gebäudetechnik gelehrt.

Vorträge von Kursleitung, Klassenlehrer und Fachreferenten vervollständigten das Programm. Wer ist verantwortlich in einem Schadenfall? Oder wie krokiert man richtig? Wie funktioniert eine richtige Löschwasserförderung oder wie beurteilt man die Brandgefährlichkeit von verschiedenen Stoffen? Wie sieht die Arbeit des Brandermittlungsdienstes der Kantonspolizei aus?

Nach all der eher «trockenen», nicht aber uninteressanten theoretischen Ausbildung, war gegen Kursende auch noch «viel Feuer im Spiel». Einsatzmassnahmen und Brandschutz einer Dorffeuerwehr und ein dreifacher Löscheinsatz forderten zum Abschluss des Kurses von den künftigen Offizieren noch einmal alles ab.

An der Brevetierungsfeier im IFA-Ausbildungscenter in Balsthal, an der neben vielen Familienangehörigen auch Gemeinde- und kantonale Feuerwehrbehörden teilnahmen, erhielten die Kursteilnehmer schliesslich ihren verdienten «Lohn». Regierungsrätin Esther Gassler als «oberste Feuerwehrfrau» durfte alle 38 Korporäle zu Feuerwehr-Leutnants befördern. Sie gratulierte ihnen zur Bereitschaft, derart Verantwortung zu übernehmen. «Dafür gebührt Ihnen der Dank der Regierung und der ganzen Bevölkerung.»

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