Heinz Härdi

Ein Kommen und Gehen herrscht gestern Morgen auf der Kreuzung in Hendschiken, wo am Samstag zwei junge Männer mit dem Motorfahrrad nach einem Unfall verstorben sind. Autos, welche die Stelle passieren, verlangsamen das Tempo, schauen die beiden Kreuze an, Angehörige bringen Blumen oder Kerzen vorbei, halten kurz inne.

«Braucht es wirklich immer zuerst einen Unfall bis etwas geschieht?», fragt die Tante eines Verstorbenen anklagend.

Kurz vorher nahmen drei Vertreter des kantonalen Baudepartementes einen Augenschein. Offensichtlich will der Kanton nun etwas unternehmen. Doch was genau, darüber schweigen sich die Herren vorerst aus. «Sie werden heute noch eine Medienmitteilung erhalten», sagen sie, was dann auch tatsächlich geschah.

Auf der Strasse herrscht zwar reger Verkehr, doch es gibt auch grössere Lücken. Man braucht dennoch nicht lange zu warten, bis es zu einer kritischen Situation kommt: Ein Autofahrer nähert sich von der Eichhofstrasse her der Kreuzung und will in die Kantonsstrasse einbiegen. Um bessere Sicht zu haben, hält er etwas weit vorne an. Prompt kann ein Lieferwagen nicht mehr kreuzen und muss abrupt bremsen. «Haben Sie das gesehen?», fragte der Autofahrer danach. «Das ist das Problem einer Strasse, die nur sechs Meter breit ist. Zwei zweieinhalb Meter breite Lastwagen kommen fast nicht aneinander vorbei.» Wie das Problem denn gelöst werden könne, wusste er nicht. «Ich bin Zimmermann von Beruf. Fragen Sie die Spezialisten.»
Bauliche Massnahmen sind geplant

Tatsächlich haben sich die Spezialisten Gedanken über die Kreuzung gemacht. Schon vor einem Jahr hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) ein Sicherheitsgutachten erstellt. Sie kam zum Schluss, dass es sich hier nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt. Dennoch hat die Kreuzung unbestrittenermassen ihre Tücken. Allein mit einer Reduktion von Tempo 80 auf Tempo 60 könne die Situation nicht entschärft werden, es brauche zusätzliche bauliche Massnahmen.

Unübersichtliche Einmündung

Doch was macht die Kreuzung so speziell schwierig? Die Eichhofstrasse steigt kurz vor der Einmündung in die Kantonsstrasse leicht an, was die Sicht nach rechts erschwert. Aus dieser Richtung kam am Samstagmorgen das Auto, das die beiden jungen Männer erfasste. Das hoch gewachsene Maisfeld nimmt die Sicht nach rechts völlig. Der Verkehrsspiegel, der auf Drängen des ehemaligen Gemeinderates Werner Ledermann montiert worden ist (AZ von gestern), dient lediglich jenen Einbiegern, die vom gegenüberliegenden Maiengrünweg her kommen.