Geiselnahme

Junger Nigerianer nimmt sein eigenes Baby als Geisel

Im Kantonsspital Münsterlingen TG nahm ein Mann sein eigenes Baby als Geisel (Archiv)

Im Kantonsspital Münsterlingen TG nahm ein Mann sein eigenes Baby als Geisel (Archiv)

Drama um ein Baby in einem Spital im Thurgau: Unter Androhung von Gewalt hat ein 19-jähriger Nigerianer am Montag versucht, die Fremdplatzierung seines zweimonatigen Säuglings zu verhindern. Er musste von einer Spezialeinheit der Polizei überwältigt werden.

Der Mann habe um 15.30 Uhr in die Kinderabteilung des Kantonsspitals Münsterlingen sein mutmassliches Kind in seine Gewalt gebracht, teilte die Polizei am Montagabend mit. Er wollte damit offenbar ein Gespräch wegen einer im Raum stehenden Fremdplatzierung des Kindes erzwingen.

Der Asylbewerber mit rechtskräftigem Nichteintretensentscheid lebte nach Polizeiangaben mit der Mutter des Kindes in einer Thurgauer Gemeinde. Das Kind wurde wegen ungünstigen Familienverhältnissen seit Geburt im Spital Münsterlingen betreut.

Die Vormundschaftsbehörde wollte der Mutter am Montag eine Behandlung in einer Mutter-Kind-Therapieeinrichtung vorschlagen. Während die Mutter das Spital für das Gespräch verlassen hatte, blieb der ebenfalls anwesende Nigerianer beim Kind. Nach Aufforderung der Ärzte, ihnen das Kind zu übergeben, drohte er, das Baby oder sich selbst mit einer Schere zu verletzen.

Die Polizei war im Vorfeld über anstehende schwierige Gespräch informiert worden. "Die Situation war aber so nicht vorhersehbar", sagte Polizeisprecher Rolf Müller auf Anfrage.

Erst nach drei Stunden gelang es einer Spezialeinheit den Mann zu überwältigen. Dabei habe für das Kind kein Risiko mehr bestanden. Sowohl er wie das Kind blieben unverletzt. Gegen den Nigerianer wurde eine Strafuntersuchung eröffnet. Zudem droht dem 19-Jährigen Untersuchungshaft.

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