Nashorn-Wilderei

In Südafrika werden immer mehr Nashörner gewildert

Nashörner fallen häufig den Wilderern zum Opfer (Archiv)

Nashörner fallen häufig den Wilderern zum Opfer (Archiv)

Die Zahl illegal getöteter Nashörner in Südafrika ist so hoch wie noch nie: In diesem Jahr haben Wilderer bereits 279 Nashörner erlegt. 2010 waren in Südafrika 333 Nashörner illegal getötet worden. Das waren dreimal so viel wie noch 2007.

In diesem Jahr droht eine neue Rekordmarke. Die Regierung erwäge nun ein völliges Jagdverbot, sagte die südafrikanische Umweltministerin Edna Molewa am Montag in Pretoria. 2011 hätten Sportjäger nur 143 Genehmigungen zur Nashorn-Jagd erhalten. Molewa kündigte weitere Anstrengungen zum Schutze der Nashörner an.

In Südafrika ist inzwischen sogar das Militär in den Kampf gegen Wilderer involviert. Immer wieder kommt es zu Schiessereien zwischen Wildhütern und Wilderern. Am Sonntag erschossen Polizisten in der Provinz Limpopo einen Nashorn-Wilderer, verwundeten einen anderen und nahmen sechs weitere Personen fest.

Allein im Krüger National Park sind in diesem Jahr schon 169 Nashörner illegal getötet worden. Dort wurden die Ausgaben für den Kampf gegen Wilderer inzwischen von 160 Millionen Rand vor drei Jahren auf inzwischen 450 Millionen Rand (50 Millionen Franken) erhöht.

Technisch gut gerüstete Banden

Nach Erkenntnissen der Behörden wildern technisch hoch gerüstete Banden - teilweise mit Hubschraubern und Nachtsichtgeräten - im Auftrag der organisierten Kriminalität. Hintergrund der Wilderei sind die enormen Preise des Nashorns vor allem in Asien. Über 50'000 Euro kostet nach Expertenangaben auf dem Schwarzmarkt ein Kilo Nashorn. Es wird vor allem in der asiatischen Natur-Medizin verwendet und soll eine aphrodisierende Wirkung haben.

Rund 70 Prozent der Nashörner in der Welt leben nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF in Südafrika. Insgesamt sei die Zahl der Nashörner dank umfangreicher Programme in den vergangenen 15 Jahren deutlich gewachsen. 1997 habe es lediglich 11'000 Nashörner gegeben. Heute gibt es allein in Südafrika nach Angaben der Ministerin etwa 18'800 weisse (Breitmaulnashorn) und 2200 schwarze Nashörner (Spitzmaulnashorn).

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