Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen "weniger als hundert Beteiligte" in rund einem halben Dutzend Schenkkreise, wie der zuständige Staatsanwalt Rolf von Felten in einem Interview mit der "Solothurner Zeitung" sagte.

Die Ermittlungen seien noch im Gang, die Zahl der Beschuldigten könne sich deshalb noch ändern, sagte Anita Panzer, Mediensprecherin der Solothurner Staatsanwaltschaft.

Die nun aufgedeckten Schenkkreise stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Grenchen, betonte Panzer. Nach dem Tötungsdelikt an drei Personen hatte die Polizei ebenfalls intensiv in Richtung Schenkkreise ermittelt.

Schenkkreise sind für die Solothurner Staatsanwaltschaft nichts neues. Schon vor den Ermittlungen im Tötungsdelikt wurden bereits rund 70 Strafuntersuchungen wegen Schenkkreisen geführt, die meisten davon 2006 und 2007. In 30 Fällen wurde eine Strafverfügung verhängt.

Weitere 30 Fälle mussten eingestellt werden, weil den Beschuldigten keine organisatorischen Handlungen nachgewiesen werden konnten. In 10 Fällen wurden die Verfahren an die zuständigen Gerichte überwiesen, wobei es auch zu Schuldsprüchen gekommen sei.

Die Mitorganisation von Schenkkreisen ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Zuwiderhandlung gegen das Lotteriegesetz. Dafür droht eine Busse von bis zu 10'000 Franken.