Im grossen Stil geklaut

Im grossen Stil geklaut – Drei inzwischen entlassene Angestellte haben die Firma Winkler Veranstaltungstechnik bestohlen

Winkler

Im grossen Stil geklaut – Drei inzwischen entlassene Angestellte haben die Firma Winkler Veranstaltungstechnik bestohlen

Drei inzwischen fristlos entlassene Mitarbeiter der Wohler Firma Winkler Veranstaltungstechnik werden beschuldigt, im grossen Stil Waren aus dem Lager ihres Arbeitgebers geklaut zu haben. Die Polizei hat im Laufe der Ermittlungen auch mehrere Personen unter dem Verdacht der Hehlerei festgenommen.

Überwiegend Beleuchtungstechnik, aber auch Beamer, Plasmabildschirme und Laptops haben drei Angestellte aus dem Lager ihres Arbeitgebers in Wohlen mitlaufen lassen. Der Wert der gestohlenen Waren beläuft sich auf mehrere 100 000 Franken. Überführt werden konnten sie, weil die Sicherheitsmassnahmen im Unternehmen greifen.

Bei Routinekontrolle entdeckt

«Wir hatten bereits früher einen ähnlichen Vorfall zu beklagen und haben die Überwachung und Kontrolle unseres Lagers daraufhin noch einmal verstärkt. Wie sich jetzt zeigt, haben die Massnahmen gegriffen. Die Unregelmässigkeiten sind im Rahmen der regelmässigen Routinekontrollen relativ schnell bemerkt worden. Die Täterschaft zu eruieren war dann Sache der Polizei», erklärte Patrick Winkler, der Geschäftsführer der europaweit tätigen und renommierten Firma.

Es sei sehr aufwändig, stets den Überblick über die grossen Lagerbestände der Firma zu haben, sagte Winkler weiter: «Es gibt Tage, da werden bei uns bis zu 20 Sattelschlepper voll elektronischer Geräte umgeschlagen. Das ganze Lager hat aktuell einen Wert von 65 Mio. Franken.» Die Firma habe jedoch ein Sys-tem eingeführt, welches eine bestmögliche Kontrolle gewährleiste: «Im Prinzip wissen wir stets, wo welche Lautsprecher, welche PA-Anlagen, Beamer oder Beleuchtungskörper stationiert sind.»

Auch die aktuellen Lagerbestände seien stets ausgewiesen. Das Material könne aber nicht täglich gezählt werden: «Der Aufwand dafür wäre zu gross. Wir machen deshalb regelmässig Stichproben und zählen einzelne Warenbereiche. Das hat sich auch im vorliegenden Fall bewährt.»

Lieferwagenweise abtransportiert

Die drei des Diebstahls verdächtigten, inzwischen fristlos entlassenen Winkler-Mitarbeiter - zwei Schweizer und ein Italiener, laut Patrick Winkler zum Teil langjährige Angestellte - sind Anfang Jahr im grossen Stil vorgegangen. Laut den Ermittlungsbehörden haben sie die gestohlenen Waren jeweils in der Nacht mit betriebseigenen und zugemieteten Lieferwagen abtransportiert. Verkauft wurde die Waren an verschiedene Interessenten im Aargau und in anderen Kantonen.

Eine Disco in einem Nachbarkanton ist laut Untersuchungsbehörden offenbar sogar weitgehend mit «günstig beschafftem» Winkler-Material eingerichtet worden. Ermittelt wurde denn auch gegen mehrere Hehler. Zwei davon wurden von der Polizei ebenso in Untersuchungshaft genommen wie die drei mutmasslichen Haupttäter.

Weiterer Diebstahl aufgeflogen

Die Kantonspolizei Aargau konnte im Laufe der Ermittlungen einen Grossteil der Beute eruieren. Gefunden wurde die Ware bei verschiedenen Hausdurchsuchungen in und ausserhalb der Region Wohlen. Aus einem Haus in Wohlen, berichten Augenzeugen, seien eines Morgens von der Polizei gleich mehrere Lieferwagen voll Beleuchtungsmaterial abtransportiert worden.

Bei einer solchen Hausdurchsuchung sind die Ermittlungsbehörden offenbar zufällig auf einen zweiten Firmendiebstahl gestossen. Die Polizei fand in einer Wohnung neue Kleider, die noch etikettiert waren. Bei den nachfolgenden Abklärungen stellte sich heraus, dass auch die Freundin eines Verdächtigen sich vermutlich ebenfalls bei ihrem Arbeitgeber, einem Wohler Kleidergeschäft, selber bedient hatte.

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