Finderlohn

Husky geklaut: Lisa O. will nicht aufgeben - 2000 Franken Finderlohn

Ein Dieb hat Lisas geliebten Husky Lycos gestohlen. Die Facebook-Gemeinde ist alarmiert. Unzählige helfen der verzweifelten Besitzerin bei ihrer Suche. Nun setzt Lisa einen Finderlohn von 2000 Franken aus. Die Suche gestaltet sich nicht ganz einfach.

Es muss einer der schönsten Tage gewesen sein, als Lisa O. zu ihrem 22. Geburtstag von ihren Eltern den kleinen Husky Lycos geschenkt bekam. Heute fehlt von Lycos jede Spur.

Ein dreister Dieb hat den Hund am 10. April vor dem Coop Pronto beim Prime Tower in Zürich gestohlen (wir berichteten).

«Der Dieb ist zwischen 35-42 Jahre alt und hatte einen Rucksack dabei. Falls jemand den Hund sieht, bitte sofort die Polizei rufen», postet Lisa am nächsten Tag. Die Polizei in der Schweiz sei benachrichtigt, schreibt sie weiter. Augenzeugen berichten, der fremde Mann sei mit dem Hund Richtung Brugg aufgebrochen. 

6621 Mal auf Facebook geteilt

Bei der Suche nach Lycos hilft Lisa die ganze Facebook-Gemeinde. «Nachdem ich die Vermisstmeldung auf Facebook gepostet hatte, meldeten sich sehr viele Leute bei mir und teilten den Post weiter», sagt sie.

Inzwischen haben über 6600 Leute die Vermisstmeldung geteilt. Lisa hat unzählige Helfer in der ganzen Schweiz. «Wenn jemand einen verdächtigen Husky bei mir meldet, ist immer gleich jemand vor Ort, der den mutmasslichen Täter aufspürt oder verfolgt.»

Geklauter Lycos im Aargau vermutet

Täglich bekommt die 28-Jährige gut drei Anrufe. Auch heute wieder wird Lisa losfahren, um ihren Husky zu suchen.

Dieses Mal nach Niederurnen. Dort geht sie einer Meldung nach. «Ich bekomme sehr viele Meldungen aus dem Kanton Aargau und vor allem Brugg.» Laut Zeugen habe der Mann den Zug Richtung Aargau genommen. «Das war aber eine Fehlinformation. Der Mann kann theoretisch überall sein – sogar Tschechien oder Italien wären möglich.»

Bisher konnten weder die Stadtpolizei Zürich noch die Regionalpolizei Brugg Lisa O. weiterhelfen. In Brugg seien zwar gegen zehn Meldungen eingegangen, «es sind aber keine Hinweise dabei gewesen, die uns weiterhelfen könnten», sagt Kurt Zürcher stellvertretender Polizeichef in Brugg.

«BITTE um EURE HILFE!!! – FINDERLOHN: 2000 CHF»

Bis heute ist Husky Lycos nicht wieder aufgetaucht. Trotzdem will Lysa nicht aufgeben. «Einen ausgewachsenen Hund kann man nicht teuer verkaufen. Lycos würde vielleicht noch 200 bis 300 Franken einbringen», sagt sie. Wenn der Besitzer mit dem Hund zum Tierarzt muss, würde man ihn auch über den Hundechip erkennen.

Sie vermutet, dass der Täter viel eher einsam war – vielleicht ein Obdachloser. «Wenn ich eine Belohnung aussetze, dann meldet sich möglicherweise ein Freund des Täters, weil er das Geld braucht», sagt sie.

So hat sie vor zwei Tagen die Facebook-Gemeinde nochmals mobilisiert. Dieses Mal hofft sie, den Täter mit einem Finderlohn von 2000 Franken zu überführen. Der Post mit der Vermisstmeldung ging auch über die Facebook-Seite von «Vermisste Hunde/gefundene Hunde».

Die Seite gefällt immerhin 18'296 Personen und 29'319 sprechen darüber. Gegründet wurde sie von der Gemeinschaft zur Hilfe bei der Suche nach Hunden oder deren Besitzer.

Lisa gibt nicht auf

Lisa ist überzeugt, dass Lycos früher oder später auftaucht. «Ich gebe keines Falls auf und werde noch weitere Massnahmen ergreifen.»

Welche, will sie vorerst nicht verraten. Es sei nur eine Frage der Zeit und des Aufwandes, ist sie überzeugt.

Doch Lisa weiss auch: «Sollte der Hund nicht mehr in der Schweiz sein oder einem Tierquäler in die Finger geraten sein, stehen die Chancen schlecht.»

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