Die Vorfälle ereigneten sich 2008 und 2010, wie die St. Galler Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Beim ersten Fall 2008 war die Beweislage unklar, und die Patientin wollte keine Strafanzeige einreichen. Der Hilfspfleger wurde damals verwarnt und unter besondere Beobachtung gestellt.

2010 warfen erneut zwei Patientinnen dem Hilfspfleger sexuelle Belästigung vor. Die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg erstatte im Einvernehmen mit einem der Opfer Anzeige gegen den Spitalangestellten. Der Hilfspfleger wurde umgehend freigestellt und seine Anstellung gekündigt.

Expertengruppe eingesetzt

Der Verwaltungsrat der Spitalregion reagierte mit der Einsetzung einer dreiköpfigen Expertengruppe unter der Leitung der früheren Appenzell Ausserrhoder Gesundheitsdirektorin Alice Scherrer. Die Experten überprüften die Abläufe bei der Personalrekrutierung und im Arbeitsalltag des Spitals.

Direkte Mängel seien nicht festgestellt worden, heisst es im Communiqué. Als Konsequenz aus den Vorfällen holt die Spitalregion neu bei Bewerbungen jeweils Strafregisterauszüge ein. Zudem sollen interne Schulungen die Spitalangestellten für das Thema sexuelle Belästigung sensibilisieren.

Ausserdem wird eine Anlaufstelle für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende eingerichtet. Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten habe oberste Priorität, "Übergriffe sind nicht entschuldbar und zutiefst bedauerlich", wird die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann zitiert.