Regenfälle
Heftiger Regen bringt Murgänge und Überschwemmungen

Die starken Regenfälle haben im Baselbiet vor allem kleine Bäche bedrohlich anschwellen lassen. In Frenkendorf beschädigten Murgänge drei Einfamilienhäuser. Aus Sicherheitsgründen mussten die Bewohner ihre Häuser vorübergehend verlassen.

Andreas Hirsbrunner
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Überflutete Strassen bei Füllinsdorf
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Überflutete Strassen bei Füllinsdorf
Überflutete Strassen bei Füllinsdorf
Hochwasser in Frenkendorf
Hochwasser in Frenkendorf
Unwetter führen im Baselbiet zu Überschwemmungen und Murgängen
Hochwasser in Frenkendorf
Hochwasser in Frenkendorf
In Giebenach überlauft der Bach

Überflutete Strassen bei Füllinsdorf

Kapo BL

Sintflutartiger Gewitterregen trifft oft nur ein kleines Gebiet, dieses aber umso verheerender. Das war auch am Samstagabend so. Roberto Bader, Kommandant der Feuerwehr Hülften (Frenkendorf-Füllinsdorf) sagte am Sonntagmittag sichtlich übermüdet: «So einen Grosseinsatz haben wir in den letzten zehn Jahren nicht mehr geleistet. Insgesamt waren 59 Leute von unserer eigenen Feuerwehr, von der Feuerwehr Muttenz und vom Zivilschutz Altenberg im Einsatz.»

Und dieser Einsatz galt vor allem dem oberen Dorfteil von Frenkendorf: Die Schauenburgerstrasse verwandelte sich in einen kleinen Fluss und überschwemmte im Neubaugebiet Risch bis hin zum Schmittenplatz zahlreiche Keller. Der «zweite Hotspot», so Bader, lag am Rüttimattweg unterhalb des Bienenbergs. Dort habe man wegen Murgängen am Samstagabend gegen 22 Uhr drei Einfamilienhäuser evakuiert.

Zwei Stunden im Feuerwehrmagazin

Während zwei Familien bei Nachbarn unterkamen, verbrachte eine knapp zwei Stunden im Feuerwehrmagazin. Der betroffene Urs Schnyder, den wir gestern bei Aufräumarbeiten vor seinem Haus trafen, meinte: «Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man im Feuerwehrmagazin sitzt, von Hangrutsch hört und nicht weiss, was mit dem eigenen Haus passiert.» Und er fügt voller Anerkennung bei: «Ich war beeindruckt von der Vorbereitung und der Leistung der Feuerwehr.»

Nun, Schnyders Haus blieb abgesehen von den Schlammmassen auf dem Vorplatz unbeschädigt. Und Chasper Holinger, Einsatzleiter der Feuerwehr Hülften, sagt: «Vielleicht war die Evakuierung nachträglich gesehen übertrieben. Aber wenn man die Meldung bekommt, dass der Hang rutscht, geht die Sicherheit vor.»

Die Feuerwehr Hülften war vom frühen Samstagabend bis Sonntagmorgen um vier Uhr im Einsatz. Dann ging es nach einem kleinen Unterbruch weiter mit Keller auspumpen. Und das Ende ist noch nicht absehbar. Bader: «Aus Erfahrung weiss ich, dass jetzt noch bis zu drei Wochen lang Meldungen von überschwemmten Kellern kommen. Dies vor allem von Leuten, die aus den Ferien heimkommen und das stehende Wasser entdecken.»

Mauer von Auffangbecken brach
Auch in Giebenach verlebte die Feuerwehr Viola (Arisdorf-Hersberg-Giebenach) praktisch eine Freinacht. Für die meisten Schäden war hier der Mauerbruch bei einem Auffangbecken am Dorfrand verantwortlich: Der im Normalfall zahme Zettelbach schob derart viel Geröll an, dass der Abfluss verstopfte und das Wasser gegen die Mauer drückte, sodass diese brach.

Die Folge war, dass sich die Wassermassen über den Zettelweg in die Hauptstrasse ergossen und eine Einstellhalle, Keller, weitere unter dem Strassenniveau liegende Hausteile sowie einen Stall fluteten. Die knietief im Wasser stehenden Kühe hätten evakuiert werden müssen, erzählt Feuerwehr-Kommandant Bruno Häring. Welche Schäden das samstägliche Unwetter angerichtet hat, konnte gestern noch niemand sagen. Polizeisprecher Meinrad Stöcklin geht aber von einer Summe «sicher im sechsstelligen Bereich» aus.

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