Gränichen

Grossbrand auf Rütihof: Scheune zerstört, Wohnhaus und 64 Tiere gerettet

Auf dem Rütihof bei Gränichen brannte am Montagabend eine Scheune. Menschen wurden keine verletzt. Rund 50 Tier konnten in Sicherheit gebracht werden. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen, wie Bilder aus dem Flugzeug zeigen.

Im Weiler Rütihof in Gränichen bot sich heute Morgen ein Bild der Verwüstung. Vom Stallgebäude der Bauernfamilien Zybach steht nichts mehr. Rauchschwaden ziehen über die Brandstelle, ein Bagger stochert in den Trümmern, zerrt glimmendes Heu auseinander, Feuerwehrleute löschen die schwelenden Glutnester.

Daneben steht konsterniert Landwirt Fritz Zybach. Er mag nicht viel reden. «Zum Glück sind keine Menschen zu Schaden gekommen, Material kann man ersetzen», sagt er. Wie er die Zukunft sehe? Er zuckt die Schultern: «Dreimal schlafen, dann geht es wieder weiter, irgendwie.»

Der Brand auf dem Rütihof aus dem Flugzeug gefilmt.

Der Brand auf dem Rütihof aus dem Flugzeug gefilmt.

«Es krachte, als wäre ein Feuerwerkskörper gezündet worden»

Die beiden Brüder Christian und Fritz Zybach, die mit ihren Familien und der Schwester den einzigen Bauernbetrieb im Weiler Rütihof oberhalb von Gränichen führen, waren gerade daran, das Vieh zu versorgen, der eine war am Melken, der andere mistete den Stall aus. «Plötzlich krachte es, als wäre ein Feuerwerkskörper gezündet worden, und schon loderten Flammen hoch», sagt Christian Zybach.

«Der Alarm ging am Montagabend um 18.54 Uhr ein», berichtet Jürg Meyer, Vizekommandant der Feuerwehr Gränichen, die mit rund 40 Leuten ausrückte. «Als wir den Brandplatz erreichten, stand das Gebäude im Vollbrand.» Die Familie Zybach und Anwohner hatten die Tiere in Sicherheit gebracht, 34 Kühe, Jung- und Mastvieh, insgesamt 64 Stück. Das Vieh konnte in den Vianco-Stallungen in Brunegg untergebracht werden.

Der Brand in Rütihof war auch von der A1 aus zu sehen

Der Brand in Rütihof war auch von der A1 aus zu sehen

Aufgabe der Feuerwehren war es, das Wohnhaus der Zybachs und die benachbarten Gebäude vor einem Übergriff der Flammen zu sichern. Auch die Feuerwehren Suhr und Mittleres Wynental sowie die Stützpunktfeuerwehr Aarau waren mit insgesamt rund 60 Leuten im Einsatz. Ein Ambulanzfahrzeug war ebenfalls alarmiert worden. Zwei Personen, die Rauch einatmeten, wurden von den Rettungssanitätern vor Ort betreut.

Um ausreichend Löschwasser zur Brandstelle zu schaffen, musste mittels Transportleitungen von Gränichen her Wasser hinauf zum Brandplatz gepumpt werden. «Das Wohnhaus nahm keinen Schaden, auch die Nachbargebäude nicht, ein Schopf wurde leicht angesengt», sagt Jürg Meyer.

Grossbrand auf Bauernhof in Gränichen – alle Tiere werden gerettet

Grossbrand auf Bauernhof in Gränichen – alle Tiere werden gerettet

Dennoch ist der Sachschaden beträchtlich. Die Kantonspolizei Aargau, welche die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen hat, schätzt den Schaden auf einige hunderttausend Franken. Vermutet wird, dass eine technische Ursache im Zusammenhang mit den landwirtschaftlichen Arbeiten vorliegt, dass möglicherweise ein Heugebläse defekt war.

Der Weiler Rütihof ist ein bekanntes Ausflugsziel. Vor allem Familien und Wanderer suchen den Gasthof Rütihof mit Waldseilgarten und Tierpark gern auf. Der Gasthof, rund 200 Meter vom Brand entfernt, und der Bauernbetrieb haben nichts miteinander zu tun. «Unser Betrieb ist vom Brand nicht betroffen», sagt Wirtin Andrea Fetscher. Trotz offiziellem Ruhetag bewirtete sie gestern Gäste, nämlich die Feuerwehrleute, die sich im Restaurant stärkten.

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