St. Gallen

Greisin in Heim in Wittenbach mutmasslich von Blindem erstochen

Eine 94-jährige Bewohnerin des Alters- und Pflegeheims für Blinde und Sehbehinderte in Wittenbach ist in der Nacht auf Sonntag mutmasslich von einem 49-jährigen geistig behinderten blinden Mann mit einem Messer erstochen worden. Die Ermittlungen sind schwierig.

Eine Pflegerin des Alters- und Pflegeheims des Ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins (OBV) fand die tote Greisin gegen 1 Uhr in ihrem Zimmer. Wenig später nahm die Polizei einen 49-jährigen blinden, geistig behinderten Heimbewohner fest und übergab ihn in fachärztliche Behandlung. Der Mann leistete keinen Widerstand.

André Callegari, OBV-Kommunikationsverantwortlicher, bestätigte am Montag Medienberichte, wonach der mutmassliche Täter, der seit 20 Jahren im Heim lebte, umgänglich und beliebt gewesen sei. Er sei zu keiner Zeit als gewalttätig aufgefallen, sagt Callegari. Zur 94-jährigen bettlägerigen Frau hatte er keine spezielle Beziehung.

Wie der OBV informierte, hatte die Polizei im Zimmer des Manns den Griff eines Messers sichergestellt, dessen Klinge im Zimmer des Opfers gefunden worden war. Der Geisteszustand des mutmasslichen Täters mache die polizeilichen Ermittlungen schwierig, sagt Polizeisprecher Hans Peter Eugster. Das Tatmotiv ist noch unklar.

Im OBV-Heim in Wittenbach leben 60 Bewohnerinnen und Bewohner. Nach Auskunft Callegaris gehen sie erstaunlich gut mit der schwierigen Situation um. Der OBV rief rasch ein Care-Team der Polizei. Dieses kümmert sich im Speziellen um die Pflegerin, die die Leiche gefand.

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