Barriere
Gefährlich: Barriere in Schinznach-Bad blieb trotz Zugverkehr oben

Autofahrer mussten am Samstag in Schinznach-Bad auf der Hut sein, da sich die Barriere nicht schloss. Die SBB ist der Meinung, dass keine Gefahr bestand.

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Barriere in Schinznach-Bad

Barriere in Schinznach-Bad

Aargauer Zeitung

Maja Sommerhalder

David Reichart traute seinen Augen kaum, als er am Samstagnachmittag um vier Uhr zu Fuss an einem bewachten Bahnübergang beim Bahnhof Schinznach-Bad vorbeiging. Obwohl ein Zug durchfuhr, senkte sich die Barriere nicht. «Zudem hätte das Blinklichtsignal nicht funktioniert. Ich verstehe nicht, warum man kein Warnschild aufgestellt hat.» Reichart beobachtete ein Auto, dass beinahe ungebremst über den Bahnübergang gefahren wäre. «Der Zug pfiff zwar mehrmals, der Autofahrer merkte offenbar nicht, was das Ganze soll. Er muss wohl einen grossen Schreck bekommen haben, als er plötzlich den Zug vor sich sah.» Der Lokführer machte eine Vollbremsung und stoppte in der Mitte des Bahnüberganges. Auch das Auto konnte rechtzeitig anhalten.

«Es bestand keine Gefahr»

Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB, bestätigt, dass sich am Samstagnachmittag die Barriere in Schinznach-Bad nicht senkte. Um halb eins Uhr wurde es uns zum ersten Mal gemeldet: «Dies passiert in einer solchen Situation automatisch. Unsere Fachleute waren innerhalb von 20 Minuten vor Ort.» Diese konnten die Störung bis um 14 Uhr zwar beheben, um halb vier Uhr senkte sich die Barriere aber erneut nicht mehr: «Um 17.10 Uhr war sie aber repariert. Jetzt funktioniert sie wieder einwandfrei.» Zwölf Züge waren in dieser Zeit davon betroffen - sie verspäteten sich um etwa vier Minuten. Für die Autofahrer bestand jedoch in keiner Sekunde eine Gefahr», so Pallecchi. Die Lokführer seien informiert gewesen und im Schritttempo über den Bahnübergang gefahren. «Der Bahnübergang ist übersichtlich, die Lokführer hätten jederzeit anhalten können.» Zudem hätten sie Autofahrer und Fussgänger mit einem Horn warnen können.

Wer hat Vortritt?

Er appelliert auch an die Verantwortung der Autofahrer: «Auch wenn die Barriere nicht unten ist, muss man immer damit rechnen, dass ein Zug kommen könnte.» Bahnübergange seien deutlich signalisiert. «Autofahrer müssen deshalb besonders aufpassen und in Bremsbereitschaft sein.»

Hätten die SBB-Züge auch Vortritt gehabt, wenn es zu einem Unfall gekommen wäre? «Nur wenn das Blinklichtsignal beim Bahnübergang rot anzeigt», sagt Dieter Gautschi, Aarauer Bezirksamtmann: «Wenn es allerdings nicht funktioniert und die Barriere oben ist, sollte sich der Autofahrer darauf verlassen können, dass kein Zug kommt.» Würde es dann zu einem Unfall kommen, würde Gautschi sogar überprüfen, ob sich nicht Personen der SBB strafbar gemacht haben. Im Gegensatz zu Augenzeuge Reichhart ist SBB-Mediensprecher Pallecchi der Meinung, dass die Blinklichtanlage am Samstag funktionierte: «Zudem hat eine Person den Verkehr geregelt.»

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