Am Mittwochmorgen gegen 10.30 Uhr betritt der Mann an der Landstrasse 47 in Wettingen das Coiffeur-Geschäft «Melissah». Er erschiesst die Geschäftsbesitzerin, die Frau ist auf der Stelle tot. Daraufhin versucht er sich mit seiner Schusswaffe selber das Leben zu nehmen. Er überlebt erst mit lebensbedrohlichen Verletzungen und wird mit der Rega ins Universitätsspital Zürich geflogen. Dort erlag er kurz nach dem Mittag ebenfalls seinen Verletzungen.

Sie war eine aufgestellte Person

Bei dem Schützen handelt es sich um den 51-jährigen Türken Ali S. Er ist der Ex-Mann des Opfers Melek S. Vor rund sieben Jahren kam die Türkin in die Schweiz - aus Liebe zu Ali. Sie integrierte sich schnell und arbeitete mit einem eigenen Coiffeurgeschäft hart für ihren Erfolg. «Sie stand mitten im Leben, war eine sehr aufgestellte, fröhliche Person, die allen sehr sympathisch war. Sie lachte immer und durfte auf viel Kundschaft aus der Umgebung zählen», sagt eine Kundin.

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Freunde des Opfers beschreiben Täter Ali S. als sehr impulsiven, cholerischen Mann, der sehr eifersüchtig war. Das spätere Opfer Melek war bereits Alis vierte Ehefrau. Er war als selbstständiger Maler tätig, Aufträge hatte er jedoch nur spärlich und liess sich mit dem Geld seiner Ehefrau gut gehen - bis vor rund einem halben Jahr: Melek S. zieht einen Schlussstrich, sie trennt sich von Ali S. und reicht die Scheidung ein.

Mann erschiesst seine Ex-Frau und sich selbst in Wettinger Coiffeur-Salon

Nachbarn und Bekannte stehen unter Schock

Bereits mehrmals bedroht

Zu viel sei schon in ihrer Beziehung passiert, zu stark hätten sie sich auseinandergelebt. «Er wollte die Trennung nie akzeptieren. Er war sehr eifersüchtig und drohte ihr immer wieder mit dem Tod», sagt eine Freundin des Opfers gegenüber der Aargauer Zeitung. «Auch nach der Trennung ist er mehrmals im Coiffeurladen aufgetaucht und hat Melek vor den Augen der Kunden bedroht und geschlagen», sagt sie weiter. Auch soll er schon versucht haben, nachts in Meleks Wohnung einzudringen.

Sie hatte Angst vor ihrem Ex-Mann

Melek wandte sich mehrmals an ihre Freundinnen. Sie spüre, dass er die Drohungen eines Tages in die Tat umsetzen würde. Erst vor vier Wochen reichte das spätere Opfer noch auf einem Polizeiposten wegen Drohung und Körperverletzung eine Strafanzeige ein. Zum Zeitpunkt der Tat waren die entsprechenden polizeilichen Ermittlungen immer noch im Gange.