Freilichttheater
Fogg landet auf dem Schlossplatz

«Ein Spektakel» nennt der Autor und Regisseur Peter Voellmy sein diesjähriges Freilichttheater auf dem Schlossplatz Aarau. Gespielt wird seine eigene Theaterfassung des Romans «In 80 Tagen um die Welt» von Jules Verne.

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Heinz Bürki

Peter Voellmy sucht immer ein Jahr im Voraus einen geeigneten Stoff für das Aarauer Freilichttheater. «Ich habe immer ein paar Optionen bereit», berichtet er. «Eine davon war auch ‹In 80 Tagen um die Welt›. Ich kenne den Roman und den Film seit meiner Jugendzeit. Nun hat mich wundergenommen, ob sich dieser Stoff auch für unser Sommertheater verwenden liesse.»

Voellmy begann zu recherchieren und stellte fest, dass Filmregisseure die Geschichte zum Teil abweichend von der Romanvorlage erzählt haben, dass viel dazugetan wurde, was bei Jules Verne gar nicht vorkommt. Im allseits bekannten Film zum Beispiel die Ballonfahrt oder den Stierkampf in Spanien. So beschloss der Autor, aus diesem reichen Fundus eine eigene Theaterfassung zu schreiben.

Authentisches, Erfundenes

Authentisch in Voellmys Stück sind die Stationen Suez, Bombay, Kalkutta, Yokohama, San Francisco, New York, die Rückkehr nach Liverpool und die Verfolgung Foggs durch einen Geheimagenten. Eingebaut hat er: ein Pärchen auf der Hochzeitsreise - Lisa und John -, so quasi als erste Welttouristen, die Zuneigung von Lisa zu Foggs Diener Passepartout, eine Zirkusvorstellung mit Feuerartistik und den Kauf eines Schiffes für die Heimfahrt durch Fogg.

Musik ist natürlich auch wieder dabei. Sie soll teils eine erklärende und dramaturgische Wirkung erzeugen, den Bogen vom Anfang bis zum Ende spannen und eine Bereicherung des Spektakels sein. Nico Breuninger spielt Gitarre, arbeitet mit Perkussion und ist für gewisse musikalische Effekte ab Band verantwortlich. Gesungen werden drei Lieder.

22 Akteure auf drei Ebenen

Die Inszenierung spielt sich auf drei Ebenen ab. «Sie ist abwechslungsreich und enthält viele Ereignisse für das Auge wie den Zirkus, Pferde und Kutsche oder eine Indianerhorde», verspricht Voellmy.

Auf der Bühne werden 22 Akteure zu sehen sein, so viele wie noch nie. Es fehlen aber verschiedene bekannte Namen. Wie ist der Produzent und Regisseur auf diese neuen Leute gestossen? «Zwei habe ich von Niedergösgen mitgebracht, dann haben sich viele auf meinen Aufruf hin oder nach einer Vorstellung im letzten Jahr gemeldet und ihr Interesse am Mitmachen bekundet», lüftet er das Geheimnis.

«Die Arbeit mit den Neuen war für mich sehr bereichernd. Sie strahlen Frische aus, gehen mit Enthusiasmus ans Werk, denn sie wollen ihre Sache gut machen. In der ganzen Gruppe herrscht eine ausgezeichnete Stimmung.»

Zurzeit laufen die Endproben in den Kostümen. Szene um Szene wird aneinandergereiht. Eine Dynamik muss entstehen. Denn am Donnerstag, 9. Juli, um 20.30 Uhr will das Premierenpublikum eine runde Aufführung sehen.

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