Oberaargau/Solothurn

Fleischköder töteten ihre drei Hunde – jetzt muss die Besitzerin selbst vor Gericht

Oberaargauerin soll ihre eigenen drei Hunde qualvoll getötet haben

Oberaargauerin soll ihre eigenen drei Hunde qualvoll getötet haben

Anfang 2018 wurden in Rohrbach drei Hunde mit einem präparierten Köder bis zum Tode misshandelt. Die Geschichte nimmt nun eine brisante Wende: Laut der Staatsanwaltschaft soll die Hundebesitzerin ihre Tiere selbst getötet haben.

Im Februar 2018 wurden Fleischköder in einen Garten im bernischen Rohrbach geworfen. Die drei Hunde wurden daraufhin in einer Solothurner Tierklinik notoperiert. Nächste Woche muss sich die Hundehalterin nun selbst vor Gericht verantworten.

Jagdterrier Franky und die beiden belgischen Schäferhunde Dart und Hidalgo wurden im Februar 2018 notfallmässig von Rohrbach BE in die Tierklinik Sonnenhof in Derendingen gebracht, nachdem sie beim Herumtollen im Garten präparierte Wurst gefressen hatten. Die Ärzte holten Rasierklingen und Stecknadeln aus ihren Mägen. Desweiteren soll den Ködern auch Gift beigemischt worden sein. Die Verletzungen waren so stark, dass die Vierbeiner den Eingriff nicht überlebten. 

Die Ärzte holten Rasierklingen und Stecknadeln aus den Mägen der Hunde.

Die Ärzte holten Rasierklingen und Stecknadeln aus den Mägen der Hunde.

Die Hundebesitzerin war am Boden zerstört und erstattete Anzeige. «Ich will jetzt einfach wissen, wer es gewesen ist. Ich weiss nicht, warum man das machen kann», sagte D.M. damals. Die Staatsanwaltschaft hat darauf nun offenbar eine Antwort gefunden. Sie wirft M. vor, ihre Hunde selbst vergiftet und sie so qualvoll getötet zu haben, berichtet TeleM1. 

Gegenüber dem Regionalsender nimmt die 26-jährige Frau, die mittlerweile im Kanton Solothurn lebt, nicht Stellung zum Vorwurf. Sie habe keine Kraft dafür. Ihr Partner nimmt sie in Schutz. Man könne nicht glauben, dass hier das Opfer zur Täterin gemacht werde. «Sie ist natürlich aus allen Wolken gefallen und kann die Welt nicht verstehen – wie auch alle Betroffenen oder Angehörigen», sagt Nicolas Duss. 

Die genauen Vorwürfe sind noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft verweist auf den Prozess, der nächsten Mittwoch vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau stattfindet.

Laut TeleM1 wurde im Haus von D.M ein Gift gefunden, mit welchem wohl die Hunde vergiftet wurden. Wenn man in einem Haus mit Garten lebe, dann habe man schnell auch Gift zu Hause, meint Nicolas Duss. «Das ist eine Tatsachenvermutung, die von mir aus gesehen eine Behauptung ist.»

Er kritisiert, dass Spuren, die auf andere Täter verwiesen hätten, nicht verfolgt wurden. Er kann auch nicht verstehen, dass seiner Freundin zudem Betrug vorgeworfen werde, weil sie über Facebook Spendengelder für die Operationen der Hunde sammelte. Von diesem Konto sei noch nie etwas abgehoben worden, sagt Duss. Das Geld würde man für das Tierheim spenden. (ldu)

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