Es war Freitagabend kurz vor 22.30 Uhr, als bei der Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn die Meldung einging, ein landwirtschaftliches Ökonomiegebäude am Wiesweg in Herbetswil stehe in Flammen. Diese hatten laut Augenzeugenberichten in Minutenschnelle im etwa 80 Meter langen Gebäude ausgebreitet und dieses dann innert Kürze komplett zerstört. Feuerwehrkommandant André Fluri sah die Flammen von einer Anhöhe über Herbetswil, wo er zusammen mit seinen Gemeinderatskollegen beim Bräteln war. «Als ich zum Brandplatz kam, hatten Leute aus der Umgebung bereits einige der Tiere gerettet», berichtet er. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt.

Die Feuerwehren aus Herbetswil, Aedermannsdorf und Matzendorf – total rund 50 Leute – seien praktisch gleichzeitig eingetroffen, hätten aber gegen den mächtigen Vollbrand keine Chancen mehr gehabt. Für das Löschwasser wurden Transportleitungen zuerst zum nahe am Haus durchfliessenden Rickenbächli und dann über die Kantonsstrasse zur Dünnern gelegt. Dadurch ergaben sich zeitweise Verkehrsbehinderungen, wie die Kantonspolizei mitteilt.

Untröstliche Bauern

Erst sieben Jahre alt war der landwirtschaftliche Betrieb, den Jost Meier und Hans-Jürg Gerber als Tierhaltegemeinschaft aufgebaut hatten. Im Dorf zollt man den beiden grossen Respekt dafür, denn da sei Überdurchschnittliches geleistet worden. In der Tat wurde vieles in Eigenregie erarbeitet. Besonders nahe geht den beiden Landwirten der teilweise Verlust des Viehbestandes. «Von den 75 Tieren haben wir bis jetzt sicher 43 verloren», sagt Jost Meier. «Wie viele von den übrigen tatsächlich überleben werden, muss sich noch weisen.» Denn praktisch jedes Tier habe eine Verletzung abbekommen.

Über die Brandursache sei noch nichts bekannt, sagt Andreas Mock, Mediensprecher der Polizei. Die Schadensumme wird auf mehrere Hunderttausend Franken geschätzt, genauere Zahlen ergeben sich nach der Inventur.