Er lasse jetzt die Finger vom Alkohol, da er gegen Ende des letzten Jahres eine Entziehungskur erfolgreich über sich ergehen liess. Dies gab der leitende Monteur vor dem Bezirksgericht zu Beginn des Prozesses zum Protokoll. «Denn als ich die zwei Taten beging, war ich beide Male betrunken», sagte der Angeklagte.

Als Motiv für seine gelegten Brände gab er einen abgrundtiefen Hass gegenüber der Gemeinde Rupperswil an. Als Zuzüger fühlte er sich häufig missverstanden und sah sich als nicht akzeptiert an. Hinzu kamen weitere persönliche Tiefschläge.

«Wollte nur die Wände schwärzen»

Den ersten Brand legte der Beschuldigte im Juni 2009 in der Mehrzweckhalle von Rupperswil. «Ich wollte nur die frisch gestrichenen Wände schwärzen. Darum habe ich einen Vulkan angezündet», so der Angeklagte. Doch der Feuerwerkskörper entfachte einen Karton und das Feuer drohte auf andere Gegenstände in der Halle überzugreifen.

Der Brandstifter versuchte den Karton nach draussen zu bringen, was ihm auch gelang. Dabei vergrösserte sich aber der Brandherd. Insgesamt entstand ein Sachschaden von über 110'000 Franken.

Doch damit nicht genug. Als der Angeklagte zwei Monate später erneut mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte, wendete er sich wieder dem Alkoholkonsum zu. Er habe die Probleme zu ertränken versucht und sich dabei viele Gedanken gemacht, meinte der gelernte Stromer. Im Suff kam ihm die spontane Idee, das Schützenhaus in Brand zu setzen.

Er entzündete eine Holzbeige neben dem Haus und schaute zu, wie sich das Feuer entwickelte. Zudem machte er Aufnahmen mit seinem Handy. Dann ging er nach Hause. Doch er kehrte in der Nacht nochmals zurück, weil es ihm Leid tat, was er angerichtet hatte.

Nach den Ausführungen des Angeklagten meldete sich der anwesende Präsident des Schiessvereins Rupperswil zu Wort. Er forderte den Brandstifter auf, sich doch bei den vielen Männern, die etliche Stunden an Frondienstarbeit für das Schützenhaus verrichtet hatten, per Brief zu entschuldigen. Dann bekämen die Männer wieder ein besseres Bild des Beschuldigten. Dieser willigte ein, dieses Schreiben aufzusetzen.

Staatsanwalt forderte 3,5 Jahre

Seine Taten gab der Feuerteufel erst ein Jahr später zu, als er von der Polizei verhört wurde. Seine Kooperation wirkte sich strafmindernd aus. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Tatbestand der mehrfachen Brandstiftung eine Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte ebenfalls auf schuldig, aber setzte das Strafmass auf eine bedingte Strafe von 18 Monaten an.

Der Verteidiger begründete dies damit, dass der Angeklagte keine Gefahr bedeute, rückfällig zu werden. Dies, weil er in einer intakten Beziehung sei, nicht mehr alkoholabhängig sei und seit Anfang Jahr einen neuen Job habe. Zudem befindet sich der Beschuldigte seit 2010 in Psychotherapie.

Das Bezirksgericht sprach den Monteur schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren. Davon muss der 23-Jährige sechs Monate unbedingt ins Gefängnis. Der Rest der Strafe wird auf Probe von drei Jahren aufgeschoben. Zudem muss der Schweizer über eine halbe Million Franken an Zivilklagen zurückzahlen. Wie er das bewerkstelligen will, weiss er noch nicht.