Prozess

Ex-Polizeichef von Zofingen steht heute wegen Drogenhandels vor Gericht

Heute steht der ehemalige Polizeichef der Regionalpolizei Zofingen vor Gericht (Archiv).

Im eigenen Polizeibüro verhaftet

Heute steht der ehemalige Polizeichef der Regionalpolizei Zofingen vor Gericht (Archiv).

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten und eine Busse von 2500 Franken. Der ehemalige Polizist soll Drogen verkauft haben. Zudem ist er wegen Pornografie und einem Strassenverkehrsdelikt angeklagt.

Der ehemalige Chef der Regionalpolizei Zofingen muss sich heute vor Gericht verantworten. Im Sommer 2009 wurde der 37-Jährige in seinem Büro verhaftet, bei einer zeitgleichen Hausdurchsuchung fanden die Ermittler verschiedene synthetische Drogen. Es handelte sich um kleinere Mengen Ecstasy, Metamphetamin (auch bekannt als Thai-Pille) und das Tiernarkosemittel Ketamin.

Vom «Kollegen» verpfiffen

Ins Rollen gebracht hatte den Fall ein ehemaliger Polizist der Regionalpolizei Lenzburg, ein Kunde des ehemaligen Zofinger Polizeichefs. Der Lenzburger Regionalpolizist hat seinen Dealer verpfiffen. Es kam heraus, dass der gebürtige Thurgauer bereits bei seinem Amtsantritt in Zofingen im Juli 2008 mit Drogen gehandelt habe.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Heilmittelgesetz vor. Zudem ist er wegen Pornografie und einer Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz angeklagt. Gefordert ist eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren und eine Busse von 2500 Franken.

Der Quereinsteiger hat alle getäuscht

Der dealende Polizeichef hatte auch politische Konsequenzen. Der Zofinger Stadtrat und Polizeivorsteher Herbert H. Scholl trat wenige Tage nach Bekanntwerden des Falls zurück. Dem ehemaligen Polizeichef, einem Quereinsteiger, ist es gelungen, alle zu täuschen. Bereits während des Auswahlverfahrens soll er Drogen konsumiert und damit gehandelt haben. (dno)

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