Erdbebenforscher warnte vor Erdbeben in Italien

Erdbebenforscher Giuliani (Archiv)

Erdbebenforscher Giuliani (Archiv)

Nach dem schweren Erdbeben in der Region Abruzzen in Mittelitalien wird bereits heftig darüber gestritten, ob die Katastrophe hätte vorhergesehen - und somit die hohe Opferzahl vermieden - werden können.

Der Erdbeben-Experte Giampaolo Giuliani, Forscher des nationalen Physikinstituts Gran Sasso in der Region Abruzzen, hatte in den vergangenen Tagen ein katastrophales Beben in dem Gebiet angekündigt. Er bezog sich dabei auf eine lange Serie kleiner Beben ohne Schäden, die in der Region seit Februar registriert wurden.

Giuliani hat ein Gerät entwickelt, mit dem er nach eigenen Angaben schwere Erdbeben vorhersehen kann. Seine wiederholten Warnungen hatten für einen Eklat gesorgt. Er wurde von der Staatsanwaltschaft der Stadt Sulmona sogar wegen unbegründeten Alarms angezeigt. Das italienische Geophysik-Institut hatte seine Prognosen als vollkommen unrealistisch bewertet.

"Jetzt verlange ich eine Entschuldigung für alle Toten, die es in L'Aquila gegeben hat. Man hätte viele Menschenleben retten können, wenn man auf meine Worte gehört hätte. Die Erdbebenserie ist noch nicht zu Ende. Auch morgen wird es Nachbeben von einer Stärke bis zu vier nach Richter geben", sagte Giuliani nach Angaben italienischer Medien .

Der EU-Parlamentarier Vittorio Agnoletto verlangte den Rücktritt von Zivilschutzchef Guido Bertolaso. "Das Drama hätte vermieden werden können, wenn man auf Giulianis Worte gehört hätte. Viele Menschenleben hätten gerettet werden können", so der EU-Parlamentarier.

Das Geophysik-Institut bekräftigte erneut, dass das Erdbeben in L'Aquila nicht vorhersehbar war. "Kein Mensch auf der Welt hätte dieses vorhersehen können. Niemand hätte aufgrund vager Prognosen Massnahmen für den Zivilschutz ergreifen können", meinte Alberto Basili, Erdbeben-Experte des Geophysik-Institut.

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