Die Familie des von Oscar Pistorius erschossenen Models Reeva Steenkamp hat verlangt, dass der südafrikanische Paralympics-Star die Tat im Gefängnis büsst. "Herr Pistorius muss für das bezahlen, was er meiner Familie angetan hat", erklärte am Donnerstag eine Cousine der Getöteten.

Sie äusserte sich in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria bei der gerichtlichen Anhörung zum Strafmass für den bereits wegen fahrlässiger Tötung verurteilten Sportler. Der heute 27-Jährige hatte seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp im Februar 2013 in seinem Haus bei Pretoria durch eine geschlossene Toilettentür erschossen. Er beteuerte, sie mit einem Einbrecher verwechselt zu haben.

Als Strafmass hatte eine von der Verteidigung beauftragte Gutachterin Hausarrest in Kombination mit gemeinnütziger Arbeit empfohlen. Das sei keineswegs angemessen, erklärte die Vertreterin der Familie.

Richterin Thokozile Masipa muss nach Anhörung aller Argumente über die Strafe entscheiden. Sie könnte nach südafrikanischem Recht bis zu 15 Jahre Haft betragen. Möglich wäre aber auch, dass Pistorius mit Hausarrest davonkommt. Wann die Richterin ihre Entscheidung bekanntgibt, blieb weiter unklar.