Einzelne Kinder bleiben dem Unterricht fern
Einzelne Kinder blieben dem Unterricht fern

Anders als die Mutter des Opfers, die von Mobbing spricht, gibt es auch Stimmen, die den Vorfall an der Schule Hellmatt als Bubenstreich werten. Für die Schulleitung steht jetzt die Aufarbeitung im Vordergrund.

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Markus Christen

Nach ersten Hinweisen von Eltern und Kindern handelte es sich bei dem beängstigenden Vorfall im unübersehbaren Pavillonbereich der Schulanlage wahrscheinlich um einen «Bubenstreich», wie Schulleiter Bruno Glettig ausführt. Eine Narretei allerdings, die höchst gefährlich war und leicht zu einem schlimmen Ausgang hätte führen können.

Um das Ereignis nach den ersten aufwühlenden Medienberichten auch in der Schule aufzuarbeiten, wurden deshalb gestern am Morgen und am Nachmittag in den Klassen Aussprachen mit den Schülern im Beisein des Schulsozialarbeiters Markus Furrer durchgeführt. «Was passiert ist, beschäftigt die Kinder schon sehr, aber sie können gut damit umgehen und ein normaler Unterricht war bereits wieder möglich», erzählt Glettig. Ihm ist es wichtig, dass die Schüler jetzt genug Ruhe erhalten, damit eine positive Verarbeitung möglich wird. In einem weiteren Schritt sollen alle betroffenen Personen ausführlich informiert werden. Man müsse sehen, ein solches Ereignis ziehe weite Kreise, es gehe auch darum, die Geschwister von Tätern und Opfer sorgfältig und gewissenhaft zu begleiten.

Mediensituation ist ein Problem

Ein grösseres Problem stellt für Glettig die aktuelle Mediensituation dar. Tatsächlich gab es Eltern, die gestern ihre Kinder nicht zur Schule geschickt haben. Zum einen, um sie vor einer Intervention mit den Medien zu schützen, zum anderen, weil die Kinder emotional im Moment noch zu aufgewühlt sind. «Die Aufarbeitung wird aber mit jedem Tag schwieriger, an dem ein Kind im Unterricht fehlt», sagt Glettig. Deshalb wollte er nicht, dass Journalisten bei den Klassengesprächen anwesend sind, um ein möglichst normales Schulklima gewährleisten zu können.

Doch wie sieht es aus mit der Betreuung von Tätern und Opfer? Der Schulleiter erklärt, dass man den drei Schülern psychologische Unterstützung empfohlen habe. Diese sei vom Opfer und wohl auch von einem der Täter angenommen worden. In Bezug auf den zweiten Täter hat Glettig zu diesem Punkt keine genauen Informationen. Am Mittwoch wird um 19.30 Uhr ebenfalls ein Informationsabend für die Eltern organisiert werden. Auch dafür bittet Glettig die Medien, aus Rücksicht den Anlass nicht zu berücksichtigen.

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