Einbrüche
Einbrecher machen Basel unsicher

Diebesbanden aus Frankreich machen derzeit wegen der Sommerferien Kurzausflüge nach Basel. Die Deliktsumme beträgt bis jetzt über 200 000 Franken. Die Grenzwache ist besorgt.

Drucken
Grenzwächter

Grenzwächter

bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Diese Zahl ist alarmierend: Letzte Woche sind in Basel-Stadt nahezu 40 vollendete und versuchte Einbruchdiebstähle verübt worden. Davon betroffen waren sämtliche Quartiere, wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte. Die Einbruchszahlen würden somit etwa ein Drittel über dem vergleichbaren Durchschnitt liegen. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein grosser Teil dieser Straftaten von Fahrenden begangen wurde, welche in elsässischen Camps leben und für Einbrüche in die Schweiz einreisen.

«Wir haben es hier mit einer wellenartigen Entwicklung zu tun. Die Täter wissen, dass bei uns Ferienzeit ist», sagte Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Deliktsumme betrage bis jetzt insgesamt rund 200 000 Franken, aber: «Die Summe wird noch höher werden. Denn viele Betroffene sind noch in den Ferien», sagt Gill weiter.

So können Sie sich schützen

1. Wer verreist, sollte die Nachbarn oder Freunde bitten, auf die Wohnung aufzupassen. Diese Vertrauensperson sollte gelegentlich die Rolläden hochziehen und runterlassen sowie am Abend das Licht ein- und ausschalten.
2. Auf dem Telefonbeantworter soll kein Ansagetext hinterlassen werden, welcher Einbrecher Hinweise auf eine Abwesenheit gibt.
3. Überfüllte Briefkästen und vor der Türe aufgestapelte Zeitungen sind für Einbrecher willkommene Hinweise. Die Post sollte nachgeschickt oder auf der Poststelle zurückbehalten werden. Zeitungen können während der Abwesenheit abbestellt werden.
4. Fachleute des Diensts für Prävention der Kantonspolizei Basel-Stadt beraten Wohnungsbesitzer bei Fragen, wie sie Wohnungen vor Einbrechern schützen können. Diese Beratung ist gratis (Telefonnummer: 061 267 82 84 ). (YDU)

Durch Hinweise aus der Bevölkerung und Schwerpunktaktionen der Polizei und der Grenzwache konnten seit vergangener Woche drei Gruppen mit insgesamt acht tatverdächtigen Frauen festgenommen werden. Sie wurden bei Einbruchsdiebstählen überrascht und waren teilweise im Besitz von Diebesgut. Die Festgenommenen stammen vorwiegend aus Kroatien und leben in Zigeuner-Camps in der Nähe von Mulhouse, respektive Colmar.

Hauptsächlich kleine Gegenstände

Trotz der Verhaftungen ist aber kein Ende der Einbruchsserie in Sicht: Denn allein seit letzten Montag sind der Polizei über 20 Einbrüche gemeldet worden. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass diese Tätergruppen weiterhin in Basel-Stadt aktiv sind. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich in nicht wenigen Fällen um jüngere Zigeunerinnen, welche sich mit Einbruchswerkzeug oder Tricks Zutritt zu Liegenschaften verschaffen und dann innert kürzester Zeit mehrere Wohnungen aufbrechen.

«Sie sind Profis und arbeiten sehr schnell», meint Peter Gill. Er warnt unter anderem davor (siehe Box), jemandem per elektronischen Türöffner ins Haus zu lassen, ohne sich vorher zu vergewissern, wer an der Türe steht. Gestohlen werden laut Gill hauptsächlich nur kleine Sachen wie Schmuck und keine grösseren Gegenstände wie Computers. Die Einbrecherinnen und Einbrecher halten auch die Grenzwächter auf Trab. «Wir sind schon etwas besorgt», meint Patrick Gantenbein, Mediensprecher der Grenzwachtregion Basel.

Dass keine Einbrecher mehr die Grenzen passieren werden, sei aber unrealistisch. «Wir können aus Personalgründen leider nicht überall sein», sagt Gantenbein. Man tue aber alles Mögliche und sei im intensiven Kontakt mit den verschiedenen Kantonspolizeien und ausländischen Behörden, um die Diebe zu erwischen. Verdächtig wird eine Person dem Grenzwächter etwa, wenn sie mit einem «älteren, ausländisch immatrikulierten » Auto unterwegs und jung ist. Es würde aber auch solche geben, die die Grenze per Fuss überqueren wollen.

Viele, die erwischt werden, seien wegen früherer Einbrüche schon aktenkundig und hätten oft keinen Ausweis dabei. «Und wenn sie einen dabei haben, stimmt etwas nicht. Sie machen sie nämlich oft jünger als sie sind, um milder bestraft zu werden», erklärt Gantenbein. Im Weiteren seien die Einbrecher «Clan-mässig» gut organisiert und hätten nebst Einbruchswerkzeug auch gestohlene Gegenstände dabei, die sich schnell in Geld umwandeln lassen.

Aktuelle Nachrichten