Bootsunglück
Ein Todesopfer und ein Vermisster nach Havarie auf dem Rhein

Ein belgisches Frachtschiff hat am Freitag auf dem Rhein in Basel ein Kleinmotorboot gerammt. Das Boot kenterte, vier Personen stürzten ins Wasser. Drei konnten geborgen werden, wovon einer jedoch nicht überlebte. Eine Person wird noch vermisst.

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Die Havarie zog einen Grosseinsatz der Rettungskräfte nach sich
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Trotz dem sofortigen Einsatz sämtlicher Rettungskräfte wird noch eine Person vermisst.
Vermisster nach Schiffshavarie auf dem Rhein bei Basel

Die Havarie zog einen Grosseinsatz der Rettungskräfte nach sich

Kenneth Nars

Das rheinaufwärts fahrende Frachtschiff stiess kurz nach 10 Uhr bei der Schwarzwaldbrücke mit dem Vermessungsboot der Hafen City Universität Hamburg (HCU) zusammen. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt überfuhr der Frachter das Boot, sodass dieses kenterte. Vier Männer, die auf dem Boot waren, stürzten in den Rhein.

Die von Passanten alarmierten Rettungskräfte rückten mit einem Grossaufgebot aus. Zwei der vier Bootsbesatzungsmitglieder konnte ein Polizeiboot rasch bergen. Ein dritter Mann wurde etwas später geborgen und danach in einem Polizeiboot reanimiert.

Drei Verletzte

Der Mann, der reanimiert wurde, erlitt schwere Verletzungen und befand sich laut Auskunft der Staatsanwaltschaft am Nachmittag noch auf der Intensivstation des Spitals. Er verstarb kurze Zeit später an den Folgen des Unfalls, wie das Spital auf Anfrage der bz bestätigte. Die andern zwei Geretteten wurden leicht verletzt und ebenfalls ins Spital gebracht.

Ein viertes Besatzungsmitglied konnte jedoch nicht mehr gefunden werden. Beteiligt hatte sich an der Suche nach der vermissten Person auch ein Helikopter der REGA. Nach rund einer Stunde wurde die Aktion abgebrochen. Auf dem belgischen Frachter wurde niemand verletzt.

Bei allen vier Besatzungsmitgliedern handelt es sich laut der Staatsanwaltschaft um Deutsche. Die Behörden hätten Kontakt mit der deutschen Botschaft in Bern aufgenommen, um die Angehörigen zu benachrichtigen.

Vermessungsboot aus Hamburg

Das Vermessungsboot der HCU war im Auftrag des baselstädtischen Bau- und Verkehrsdepartements und in Zusammenarbeit mit den Schweizerischen Rheinhäfen in Basel tätig. Es sollte während rund zwei Wochen neue Geräte und Technologien zum Ausmessen der Schifffahrtsrinne testen. Nach dem Unglück wurde es vom Feuerlöschboot der Basler Berufsfeuerwehr in den Rheinhafen Kleinhüningen geschleppt.

Beim Frachter handelt es sich um ein in Belgien immatrikuliertes Schiff, das während der Bergfahrt durch Basel von einem Berufslotsen gesteuert wurde. Nach der Kollision wurde es vor der Schleuse Birsfelden BL oberhalb von Basel vertäut.

Zwei holländische Touristen sagten einem sda-Reporter, sie hätten nach dem Unglück von einer der Basler Rheinfähren aus zwei Personen im Rhein treiben gesehen, die um Hilfe riefen. Sie hätten ihnen Rettungsringe zugeworfen. Sogleich habe aber ein Polizeiboot die beiden geborgen.

Das gekenterte Boot sei zudem kieloben vorbeigetrieben. In seinem Rumpf sei ein grosser Riss zu sehen gewesen, sagten die Touristen weiter.

Ermittlungen im Gange

Der genaue Hergang des Unglücks war laut der Staatsanwaltschaft am Freitag noch nicht klar. Die Ermittlungen waren im Gange. Die Staatsanwaltschaft hoffte, dass die beiden leichtverletzten Besatzungsmitglieder des Vermessungsbootes noch am Freitag das Spital verlassen und befragt werden könnten.

Ausser dem Feuerlöschboot und Polizeibooten waren während der Rettungsaktion auch mehrere Sanitätsfahrzeuge vor Ort. Die Schwarzwaldbrücke, bei welcher sich die Kollision zugetragen hatte, ist die zweitoberste der insgesamt sechs Basler Rheinbrücken. Auf ihr überquert die Autobahn A2 den Rhein in Richtung Deutschland. (sda/bz)