Kriminalität

Ein Dutzend Festnahmen nach brutalem Doppelmord bei Grenoble

Die französische Polizei im Einsatz

Die französische Polizei im Einsatz

Nach dem brutalen Mord an zwei jungen Männern in einem Vorort der französischen Stadt Grenoble sind am Dienstag rund ein Dutzend Verdächtige festgenommen worden. Die meisten der Festgenommenen seien zwischen 18 und 21 Jahren alt.

Rund 50 Polizisten begannen in den frühen Morgenstunden damit, Wohnungen im Problemviertel Villeneuve zu durchsuchen und die Verdächtigen festzunehmen, wie aus Polizeikreisen verlautete. Frankreichs Staatschef François Hollande hatte am Montagabend die Angehörigen der Mordopfer besucht und eine Bestrafung der Täter versprochen.

Zwei 21 Jahre alte Männer waren am Freitagabend in Villeneuve in einem Park von einer Gruppe von rund 15 jungen Männern brutal ermordet worden. Die Angreifer waren mit Messern, Hämmern und Stöcken bewaffnet. Der Bluttat, die in Frankreich für Entsetzen sorgte, ging ersten Ermittlungen zufolge ein Streit voraus, in den ein jüngerer Bruder eines der Mordopfer verwickelt war.

Hollande besuchte am Montagabend zusammen mit Innenminister Manuel Valls die Opferfamilien und versprach, es werde alles unternommen, um die Schuldigen für dieses "hinterhältige Verbrechen" zu finden. Bereits am Montagnachmittag wurden zwei erste Verdächtige festgenommen.

Schwere Unruhen im Sommer 2010

Das Problemviertel Villeneuve war bereits vor zwei Jahren in den Blickpunkt der Medien geraten. Nach dem Tod eines 27 Jahre alten Casino-Räubers, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden war, kam es in dem Vorort im Sommer 2010 drei Tage lang zu schweren Unruhen.

Dabei wurden Geschäfte geplündert, dutzende Autos angezündet und auf Polizisten geschossen. Nach den Ausschreitungen rief der damalige Staatschef Nicolas Sarkozy einen "nationalen Krieg" gegen die Kriminalität insbesondere in den Problemvierteln von Grossstädten aus.

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