Fall Svenja
Drei Helikopter haben nach Svenja gesucht - muss nun die Mutter bezahlen?

Die Zuger Polizei prüft, ob sie die Kosten für die Grossfahndung nach der kleinen Svenja der Mutter in Rechnung stellen soll. Es ist allerdings fraglich, ob überhaupt Geld vorhanden ist.

Marc Fischer
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Bei der Suche nach Svenja wurde auch ein Helikopter von der Armee beigezogen. (Symbolbild)

Bei der Suche nach Svenja wurde auch ein Helikopter von der Armee beigezogen. (Symbolbild)

Keystone

Am Dienstagabend wurde Svenja unversehrt in einer Wohnung gefunden. Der Tipp vom Nachbar von Svenjas Mutter war gratis: Er hat das Mädchen nach der Arbeit in seiner Wohnung entdeckt und meldete sich bei der Polizei.

Nicht gratis dagegen war der gross angelegte Fahndungseinsatz: 30 Leute des Zivilschutzes und mehrere Soldaten und Polizisten haben nach dem blonden, 11-jährigen Mädchen gesucht. Insgesamt dauerte der Einsatz 30 Stunden. «Drei Helikopter kamen zum Einsatz, unter anderem ein Super Puma und ein Eurocopter der Armee», sagt Marcel Schlatter von der Zuger Polizei auf Anfrage.

Gesamtkosten unbekannt

Über die Gesamtkosten dieser Aktion könne Schlatter nichts Genaues sagen. «Wir prüfen derzeit aber, ob wir die Kosten der Mutter in Rechnung stellen können.»

Eine Fahndung mit Helikoptern geht schnell ins Geld: Ein Super Puma der Armee mit Infrarot-Wärmebildkamera kostet 300 Franken die Minute. Für eine Stunde kommen so also 18'000 Franken zusammen. Neben dem Armee-Helikopter kam auch noch ein Helikopter der Zürcher Kantonspolizei zum Einsatz.

Finanzielle Situation wird geprüft

Ob Svenjas Mutter die Kosten für diese Flugeinsätze nach der von ihr versteckten Tochter wirklich übernehmen muss, ist wohl aber eher unwahrscheinlich. Die Wohnung der Mutter war in einem so fürchterlichen Zustand, dass man gar keine Möbel sehen konnte. Wohnt so jemand, der über genügend finanzielle Mittel verfügt?

Die Polizei klärt nun ab, wie es um die finanziellen Verhältnisse der Mutter steht. Für die Kostenfrage sei diese Abklärung entscheidend: „Ich will der Untersuchung nicht vorgreifen. Aber wenn jemand keine Mittel hat, kann man auch nichts in Rechnung stellen", so der Polizeisprecher.