Muri

Dieser Italiener ist für die Freiämter Anschlagserie verantwortlich

Kirchenschänder in flagranti erwischt – Dieser 44-jährige Italiener ist für Freiämter Anschlagserie verantwortlich

Kirchenschänder in flagranti erwischt – Dieser 44-jährige Italiener ist für Freiämter Anschlagserie verantwortlich

Über ein Dutzend Mal hat Antonio M. im Freiamt Statuen gestohlen und sie beschädigt. Jetzt konnte die Kantonspolizei Aargau den Kirchenschänder festnehmen – aufgrund guter Hinweise eines Ehepaars, das den Täter in Boswil in flagranti erwischte.

Am Donnerstag, kurz vor 16 Uhr, betrat ein Ehepaar die katholische Kirche in Boswil. Sie bemerkten einen unbekannten Mann, der sich an der Maria-Statue zu schaffen machte und mit dieser - sie seelenruhig unter dem Arm tragend - aus der Kirche lief.

Das Ehepaar sah vor der Kirche, wie der Mann die Figur in einen dunkelblauen Fiat hievte und davonfuhr. Die Kirchenbesucher glaubten erst an eine Restauration, alarmierten dann aber doch die Polizei.

Motiv ist bislang unklar

Weil sich das Ehepaar die Autonummer des Vandalen merken konnte, hatte die Kantonspolizei leichtes Spiel und konnte den Täter nur wenige Stunden später festnehmen. Er gab den Diebstahl sofort zu und teilte der Polizei mit, dass er die Statue in einem Versteck eines Bremgarter Waldgebietes abgelegt hatte.

Die az weiss: Beim Täter handelt es sich um den 44-jährigen Italiener Antonio M. aus Muri. Warum der Mann die Taten beging, ist derweil noch unklar. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Josef Sachs, Chefarzt Forensik der Psychiatrischen Dienste im Kanton Aargau, vermutete vor rund zwei Wochen noch, dass es sich beim Täter anhand der ersichtlichen Anschläge «um einen Menschen mit einer wahnhaften oder paranoiden Erkrankung handeln muss».

Die Polizei geht derweil davon aus, dass sämtliche Anschläge auf Kirchenfiguren in Auw, Boswil, Bünzen, Muri, Oberrüti und Sins auf sein Konto gehen.

«Er gab sich in einer ersten Befragung sehr kooperativ und hat in rund einem Dutzend Fällen von Brandstiftung und Sachbeschädigung ein Geständnis abgelegt», sagt Roland Pfister, Infochef der Kantonspolizei Aargau. Auch gab der Vandale zu, die Autobrände vom 4. und 6. September in Muri gelegt zu haben.

Freiämter Kirchen sind erleichtert

Derweil geht für die Freiämter Kirchen mit der Verhaftung von Antonio M. eine schlimme Zeit zu Ende: «Wir sind sehr erleichtert», sagt Marcel Notter, Generalsekretär der Landeskirche Aargau.

Dem pflichtet Thomas Suter, Präsident der Kirchenpflege Muri, bei: «Wenn in letzter Zeit eine unbekannte Person in die Kirche trat, wurde sie umgehend kritisch angestarrt. Schliesslich konnte ja jeder der Täter sein.»

Der geständige Vandale verursachte einen Sachschaden von mehreren 10 000 Franken. Die beschädigten Figuren sollen beim Freiämter Restaurator Michael Kaufmann in den Wintermonaten repariert werden: «Ich rechne pro Fall mit 8000 bis 15 000 Franken», sagt Kaufmann. Immerhin: «Anhand der Reste bin ich zuversichtlich, dass die Statuen originalgetreu wiederhergestellt werden können.»

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