Zusätzlich erkannte das Gericht die besondere Schwere der Schuld an und ordnete die Sicherungsverwahrung an. Der verurteilte Pädagoge kann somit nicht vorzeitig nach 15 Jahren auf Bewährung aus der Haft entlassen werden.

Nach Überzeugung des Gerichts tötete Martin N. die drei Kinder, weil er andere Straftaten wie die des sexuellen Missbrauchs verdecken wollte. Der Angeklagte hatte zugegeben, den arglos auf dem Boden spielenden Dennis R., den er aus einem Zeltlager in ein Ferienhaus nach Dänemark verschleppt hatte, von hinten erwürgt zu haben.

Der Vorsitzende Richter Berend Appelkamp sagte, bei dem Angeklagten bestehe ein besonders hohes Rückfallrisiko. Zudem habe der sexuelle Missbrauch für die überlebenden Opfer schwerwiegende Folgen. Der Angeklagte sei voll schuldfähig. Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor, auch wenn er pädophil veranlagt sei.

Mit dem Urteil folgte das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. Die Verteidigung äusserte sich zunächst nicht dazu, ob sie Revision beantragen wird. Die Anwälte von Martin N. hatten vor Gericht gefordert, auf die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und die Sicherungsverwahrung zu verzichten.

Zeugenaussage führte zur Festnahme

Die Mord- und Missbrauchsserie hatte Norddeutschland jahrelang in Atem gehalten. Der Täter war getarnt mit einer Maske nachts in Schullandheime, Zeltlager und Wohnhäuser eingedrungen und hatte kleine Jungen bedroht und sexuell missbraucht. Drei seiner Opfer, den 8-jährigen Dennis R., den 13-jährigen Stefan J. und den 9-jährigen Dennis K. ermordete er.

Erst zehn Jahre nach dem letzten Mord waren die Ermittler dem Täter durch die neue Zeugenaussage eines Missbrauchsopfers auf die Spur gekommen. Der ehemalige Jugendbetreuer wurde im April 2011 von der Polizei in Hamburg gefasst.

Der gebürtige Bremer legte ein Geständnis ab, das er vor Gericht wiederholte. Richter Appelkamp sagte, ohne das Geständnis hätten die Morde nicht aufgeklärt werden können.