Markus Gisin ist Chef der Kriminalpolizei Aargau und seit dem Mordtag, dem 21.Dezember 2015, ununterbrochen mit dem Vierfachmord von Rupperswil beschäftigt. 40 Polizisten und ein Profiling-Team sind mit dem Fall beschäftigt.

Zwei Monate ermitteln Sie im Fall und die Täterschaft ist noch nicht bekannt. Kommt bei Ihnen nicht Frustration auf?

Markus Gisin: Nein überhaupt nicht. Statistisch gesehen erwischt man eine Täterschaft in den ersten Tagen nach einem Verbrechen, oder man muss sich auf einen Marathon einstellen. Diesen Marathon laufen wir jetzt. Und wir laufen ihn bis zum Schluss.

Haben Sie Hoffung oder die Überzeugung zum Ziel zu gelangen, weil Sie DNA-Spuren und Fingerabdrücke haben.

Mit den Spuren stehen wir meiner Ansicht nach sehr gut da. Jetzt fehlen noch die Namen und Gesichter, die zu den Spuren passen. Ich bin guter Dinge, dass wir den Fall klären werden. Es ist eine Frage der Zeit. Und vielleicht hilft der heutige Fahndungsaufruf, dass wir im Fall schneller zu einer Lösung kommen werden, als wir es über es über die normalen Ermittlungarbeiten erreichen würden.

Sie haben den Datenabgleich zu DNA-Spuren und Fingerabdruck national und international gemacht. Was sagt das über die Täterschaft? Sind es Anfänger oder einfach Leute, die noch nicht wegen einer Straftat erfasst worden sind?

 Möglich ist beides. Fakt ist auch, dass jeden Tag neue Spuren in die Datenbank aufgenommen werden. Deshalb kann sich die Situation jederzeit ändern.

Was ist für Sie die wichtigste Frage, die Sie an die Bevölkerung richten? Wie können Sie in Ihrer Arbeit unterstützt werden?

Das wichtigste ist: Wem immer irgendetwas aufgefallen ist, wem etwas seltsam vorgekommen ist, im Zusammenhang und im Umfeld der Tat, der soll sich bei Staatsanwaltschaft oder Polizei melden. Wir gehen jeder Spur nach und behandeln jeden Hinweis mit grösster Sorgfalt.

Kann die Bevölkerung auf die Verschwiegenheit zählen?

Wo dies Notwendig ist, wird dies angeordnet, ja.