Generalversammlung
Der Flughafen hat ein gutes Jahr hinter sich

An der Generalversammlung des Flughafens gab es rundum zufriedene Gesichter. Das letzte Jahr liess keine Wünsche offen: mehr Flugbewegungen in allen Sparten, mehr Einnahmen aus Landetaxen und dabei nicht mehr Lärmklagen als im Vorjahr.

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Regionalflugplatz

Regionalflugplatz

Solothurner Zeitung

Daniela Deck

Alfred Lüthi hatte am Freitagabend eine angenehme Aufgabe. Der Verwaltungsratspräsident der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG hatte im Restaurant Airport praktisch nur Erfreuliches zu berichten.

Miete für die nächsten 30 Jahre ist bezahlt

Nach der Generalversammlung haben die Aktionäre die Baustelle des neuen Hangars besichtigt. Dabei erhielten sie auch Einblick in die Firma Mathys Aviation.

Noch sehen die Drehteller für Flugzeuge aus wie zwei liegende Riesenräder. Auch die Tore fehlen noch beim Hangar Ost. Doch sonst ist der Holzbau weit gediehen. Architekt Ivo Erard präsentierte die Eckdaten zu Grösse (40 x 75 x 9,5 Meter) und Brandschutzsicherung. 340 Kubikmeter Holz seien verarbeitet worden. Die Photovoltaikanlage, die ursprünglich in Aussicht gestellt worden war, sei nicht garantiert, sagte Erard. Der entsprechende Subventionstopf beim Bund sei leer gewesen, ehe man das Projekt anmelden konnte. Auch der Bau selbst übersteigt die Finanzkraft des Flughafens. Deshalb bezahlen die Nutzniesser, die Firmen Breitling und Mathys Aviation, die drei Millionen für den Hangar. Dafür dürfen sie diesen anschliessend 30 Jahre lang unentgeltlich nutzen. Erst danach zahlen sie Miete.

Von der Firma Mathys Aviation erzählte der ehemalige Geschäftsführer Jürg Marti einige Zusammenhänge. Sieben festangestellte Piloten und Mechaniker und vier freie Mitarbeiter seien für die Firma tätig. «365 Tage im Jahr sind wir innerhalb einer Stunde startklar», so Marti. Neben dem Betrieb ab Grenchen biete man seit drei Jahren Charterflüge ab Genf an. Mit Erfolg, wie er versicherte. In diesem Zusammenhang deponierte Marti den grössten Wunsch der Firma bei den Flughafen-Aktionären: die Verlängerung der Piste. Dann könnten er und seine Kollegen sich die unprofitablen Leerflüge zwischen Grenchen und Genf sparen, die heute nicht zu vermeiden seien. (dd)

Die 74 979 Flugbewegungen waren eine Steigerung von 10 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Durch die aufblühende Geschäftsfliegerei starteten und landeten schwerere Maschinen in Grenchen, was sich vorteilhaft auf die Landetaxen auswirkte. Die effektiven Mehreinnahmen im Vergleich zum Vorjahr bezifferte der Verwaltungsratspräsident mit 140 000 Franken. Die restlichen 370 000 Franken in diesem Posten der Rechnung seien auf höhere Treibstoffpreise zurückzuführen. Bei einem Betriebsaufwand von 1,873 Mio. Franken resultierte ein Jahresgewinn von Fr. 2366.50.

«Unser erstes Ziel ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit, damit wir der öffentlichen Hand nicht zur Last fallen», hielt Alfred Lüthi fest. Damit dieses langfristig gesichert werden kann, braucht es Investitionen. Im letzten Jahr hat der Flughafen Umbauten am Hauptgebäude vorgenommen (neue Fenster, Einbau Theorie- und Erweiterung Geräteraum) und die Graspisten befestigt. Der Einbau von Rasengittern ermöglicht nun auch bei nassem Wetter eine sichere Nutzung bis zu einer Last von vier Tonnen. Das entspricht zwei Flugzeugen auf demselben Pistenabschnitt.

Reichlich Investitionen

Für das laufende Jahr sind Investitionen von 1,7 Mio. Franken vorgesehen, ohne Hangarn-Neubau (siehe Text unten). Vorgesehen ist die Verbreiterung der Pistenzufahrt und eine neue Parkordnung vor dem Tower. Flughafendirektor Andreas Wegier zeigte Bilder des vollen Parkplatzes. Die Flügel sind praktisch ineinander verwoben.

Trotz dem Aufschwung gab es nur 35 Lärmklagen, gleich viele wie 2007. Der Verwaltungsratspräsident wertete das Zeichen für die Verbesserung der Flugdisziplin. Die Struktur des Luftraums wurde leicht nach Norden verschoben und an die Bedürfnisse des Segelflugs angepasst.

Heli-Weekend als Höhepunkt

Als Höhepunkt des Jahres werteten die Verantwortlichen des Flughafens ein Ereignis, das dieses Jahr stattgefunden hat, das Heli-Weekend. Immerhin hat sich die Besucherzahl seit der ersten Durchführung 2008 mehr als verdoppelt. Flughafendirektor Wegier zeigte dazu einen kurzen Film.

Zufälligerweise ist auch der grösste Unfall im Berichtsjahr von einem Helikopter verursacht worden. Die Maschine rutschte von der Plattform und wurde total beschädigt. Verletzt wurde niemand.