Fehlalarm

Bombenattrappe der US-Botschaft verbreitet Angst in Oslo

Grosseinsatz in Oslo

Grosseinsatz in Oslo

Gut ein Jahr nach den Terroranschlägen in Norwegen hat ein falscher Bombenalarm die Hauptstadt Oslo in Angst und Schrecken versetzt. Auslöser war die US-Botschaft mit einer «vergessenen» Bombenattrappe unter einem Dienstwagen. Rund anderthalb Stunden dauerte es, bis die Entwarnung kam.

Peinlich für die Vertretung der USA fiel aus, was die Polizei anschliessend als Hintergrund nannte: Das fragliche Auto sei für eine interne Sicherheitsübung in der US-Botschaft genutzt worden, und der Fund des bombenähnlichen Gegenstands "hängt damit zusammen".

Die Polizei entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. Es sei jedoch wichtig gewesen, den Fall so zu behandeln, als bestehe eine "reelle Gefahr". Die US-Botschaft äusserte sich zunächst nicht darüber, wie es zu dem Fehler kommen konnte.

Der Radiosender NRK berichtete, dass die Stadtverwaltung Schadenersatz von den USA verlangen wolle, weil durch den kompletten Stillstand des öffentlichen Verkehrs in Oslo und einen umfassenden Polizeieinsatz hohe Kosten entstanden seien.

Öffentliches Leben steht still

Nach dem Auslösen des Alarms liessen die Behörden neben der US-Botschaft auch umliegende U-Bahnstationen und eine zentrale S-Bahnstation räumen. Die Polizei forderte während des Alarms alle Menschen zum Verlassen einer Zone im Umkreis von 500 Metern rund um die amerikanische Botschaft auf.

Der Verkehr mitten im Zentrum der norwegischen Hauptstadt stand völlig still. Zahlreiche Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sowie Spezialisten zur Entschärfung von Bomben waren im Einsatz.

Die US-Botschaft liegt in einer touristischen Gegend der Osloer Innenstadt. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Königspalast. Dort wurden wegen des Alarms keine Besucher mehr eingelassen, wie ein Palastsprecher sagte. Mitglieder der Königsfamilie befanden sich demnach nicht in dem Gebäude.

Ständige Alarmbereitschaft

Norwegen ist wegen des Anschlags vor gut einem Jahr nahezu in ständiger Alarmbereitschaft und hat die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt erhöht.

Im Regierungsviertel von Oslo hatte der rechtsextreme Attentäter Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschliessend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya 69 Menschen.

Das Urteil im Prozess gegen Breivik soll am 24. August fallen. Breivik hat die Anschläge gestanden, plädierte jedoch auf nicht schuldig. Er gab an, die 77 Menschen aus "Notwehr" getötet zu haben, um Norwegen vor fremden Einflüssen zu schützen.

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