Die Anklageschrift ging auf den 12.Juni 2011 zurück. Damals kam es am frühen Abend auf dem Bahnhofplatz in Dietikon zu einem blutigen Vorfall. Laut Staatsanwaltschaft fuchtelte ein arbeitsloser Vater mit einem über einen Meter langen Schwert herum und ging auf einen randständigen Schweizer los.

Opfer an Fingern und Knie verletzt

Der bewaffnete Marokkaner zielte auf ein Knie seines Gegners und schlug zu. Da das Opfer seine Beine mit den Händen schützte, wurde er an zwei Fingern erheblich verletzt. Zudem am linken Knie. Während die bald eingetroffene Sanität den heftig blutenden Geschädigten rechtzeitig medizinisch versorgen konnte, suchte der Angreifer das Weite. Er wurde wenige Wochen später von der Polizei festgenommen und in der Folge wegen Körperverletzung angeklagt.

Am Donnerstag musste sich der heute 45-jährige Vater vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Er beteuerte seine Unschuld und führte aus, dass er vom Geschädigten beim Bahnhof Dietikon schon lange und immer wieder provoziert worden sei. Der meist angetrunkene Mann habe dabei nicht nur seine Ex-Frau, sondern auch seine Kinder beleidigt. Seine frühere Lebenspartnerin habe sich nicht einmal mehr getraut, die Coop-Pronto-Filiale aufzusuchen. Auch am Tattag habe er bloss seine Kleinen besuchen wollen. Prompt sei er von seinem Kontrahenten verbal attackiert worden. Dieser sei in Begleitung von drei Personen gewesen.

Vor den Schranken machte der Beschuldigte sinngemäss Notwehr geltend und stellte die eingeklagte Schwertattacke in Abrede. Der Geschädigte habe ihm vielmehr eine Bierdose angeworfen und ihn beschimpft. Darauf habe er bei einer nahen Baustelle spontan eine Eisenstange ergriffen und seinen Gegner zur Rede stellen und wollen. Doch dann sei die Situation eskaliert. Dabei habe er mit der Stange gegen das Knie des Opfers geschlagen. Doch nicht mit einem Schwert. Die festgestellten Schnittverletzungen führte der Marokkaner auf womöglich selbst zugefügte Wunden mit einer Büchse zurück. Die belastenden Zeugenaussagen der Begleiter erklärte sich der Beschuldigte mit gezielten Absprachen.

Acht Monate Gefängnis

Das Gericht kam am Schluss zu einem vollen Schuldspruch und liess offen, ob der vorbestrafte Beschuldigte mit einem Schwert oder einer Eisenstange zugeschlagen hatte. Es sprach von einem nicht mehr leichten Verschulden und setzte für den arbeitslosen Küchengehilfen anklagegemäss eine unbedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten fest. Zudem wird dem Vater eine DNA-Probe abgenommen. Der nicht geständige Beschuldigte hat die Möglichkeit, Berufung einzulegen und den Fall an das Obergericht weiterzuziehen.