Bezirksgericht Zürich
Bieber-Fan spitalreif geprügelt - 28 Monate Haft für Täter

Justin-Bieber-Fan zu sein wurde einem 17-Jährigen im September 2013 zum Verhängnis. Von den «HB Hängers» wurde er am Bahnhof Oerlikon spitalreif geschlagen. Das Gericht stellt keine gute Prognose für den Haupttäter.

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Bezirksgericht Zürich.

Bezirksgericht Zürich.

Keystone

Ein sogenannter «Belieber» - so werden die Fans des Musikers Justin Bieber genannt - wurde im September 2013 beim Bahnhof Oerlikon von einer Gruppe Jugendlicher, die sich «HB Hängers» nennt, verprügelt.

Am Dienstag musste sich der damals 18-jährige Täter A. K. vor Gericht verantworten. Gegen die anderen, noch nicht volljährigen Schläger, laufen separate Verfahren, schreibt der «Tages-Anzeiger».

In Oerlikon eskalierte die Situation

A.K und seine Gruppe trafen am 22. September in der Haupthalle des Zürcher HB auf rund 50 Bieber-Fans. Zu ihnen gehörte auch der 17-jährige M. A. K. habe eine Flasche geworfen und mit Schlägen gedroht, sofern M. den HB nicht verlasse. Der Bieber-Fan gab dem 18-Jährigen zu verstehen, dass er aufgrund einer inkompletten Querschnittlähmung nicht rennen könne, schreibt die Zeitung. Ausserdem wollten die Fans sowieso nicht am HB bleiben, sondern zum Hallenstadion, um dort in Erinnerung an das Konzert ihres Idols zu schwelgen und Szenen des Auftritts vom März 2013 nachzuspielen. Die «HB Hängers» verfolgten die Fans bis nach Oerlikon, wo die Situation eskalierte.

Sie traten ihrem Opfer in den Bauch und in die Beine. M. erlitt eine Gehirnerschütterung, eine Schürfwunde am Oberarm sowie Prellungen am Brustkorb und am Bauch. Dem Opfer gelang es dann aber, sich loszureissen und die Polizei zu alarmieren.

Handydaten bestätigen Angriff auf Bieber-Fan

Der Täter erlaubte der Polizei, während der Untersuchung sein Handy zu überprüfen und glaubte, dass ihn dies entlasten würde. Doch die Daten bestätigten den Gewaltakt von A. K. Über Whatsapp informierte er Kolleginnen über den Vorfall. Die Polizei findet jedoch noch mehr belastendes Material auf seinem Handy. Ebenfalls im September hatte er über Facebook mit einer 13-Jährigen angebändelt und mit ihr kurze Zeit später auf Whatsapp einen Sex-Chat geführt. A. K. trat aufgrund des Beweismaterials, welches deutlich gegen ihn sprach, den vorzeitigen Strafvollzug an.

Weil er auch noch ein BMW-Cabrio klaute und ohne Führerschein fuhr, was er zugab, verurteilt ihn das Gericht zu 28 Monaten Haft. Die Hälfte davon bedingt, mit einer Probezeit von vier Jahren. Der Gerichtsvorsitzende stellt ihm keine günstige Prognose aus und spricht von einer letzten Chance. Die Staatsanwaltschaft, die 40 Monate forderte, überlegt sich, das Urteil weiterzuziehen.