Matthias Kessler

«Unfair, unschön, illegal» - mit diesen Worten umreisst Niels Michel, für die Stadt Dietikon als «Güsel-Ranger» unterwegs, das Problem der «schwarzen» Entsorgung. Illegal, weil die Entsorgung von Hauskehricht in kleinen weissen Säcken, in «homöopathischen Dosen», so Michel, das Deponieren von Sperrgut oder das «zufällige Stehenlassen» von mit Abfall gefüllten Tragetaschen oder Abfallsäcken ohne Gebührenmarke gegen das Gesetz verstösst. Unschön, weil davon der öffentliche Raum, das Stadtbild betroffen sind. Und schliesslich unfair, weil jene Leute, die ihren Abfall korrekt entsorgen und dafür die Verursachergebühr bezahlen, als Geprellte dastehen.

Hohe Ausfälle bei den Gebühren

In Zahlen: Bei der kürzlich durchgeführten Abfallanalyse 2009 - während einer Woche wurden von der Stadt die im öffentlichen Raum entsorgten Abfälle untersucht - konnten von den insgesamt 8745 Litern Abfall, was gewichtmässig rund einer Tonne entspricht, 2600 Liter respektive 370 Kilogramm auf illegale Entsorgung zurückgeführt werden. Aufs Jahr hochgerechnet ergäbe dies laut Michel ein Volumen von 22 000 Abfallsäcken mit Platz für 35 Liter - was wiederum Gebühren
in der Höhe von 21 000 Franken entspricht, der zusätzliche Aufwand für das Einsammeln und Entsorgung des «Schwarzmülls» nicht eingerechnet.

Mit einer neuen Kampagne will die Dietiker Gesundheitsabteilung dieses Problem nun angehen, das sich seit der letzten Abfallanalyse vor zwei Jahren markant akzentuiert hat. «Güsel-Ranger» Niels Michel, der bereits verschiedene Projekte für mehr Sauberkeit in Dietikon umgesetzt hat, wird, ausgerüstet mit einem schwarzen Velo mit Anhänger, mit einer schwarzen Stadtkarte, einem schwarzen Tisch und zwei Stühlen, in den kommenden Wochen an neuralgischen Punkten Stellung beziehen, unter anderem im Bereich Bahnhof/Kirchplatz, aber auch in der Brunau.

«Wir wollen mit der Einwohnerschaft ins Gespräch kommen», so Michel zur Aktion. Man wolle auf diese Weise Prävention betreiben und zugleich in Erfahrung bringen, wann und wo illegale Entsorgung festgestellt werde. Aus den Angaben solle in der Folge eine so genannte «schwarze Karte» erstellt werden - eine Karte die als «ein Arbeitsinstrument für künftiges Handeln» dienen könne, beispielsweise für die Polizei, wenn es um das Verzeigen von Abfallsündern gehe. Wichtig sei, dass die Angaben aus der Bevölkerung nicht anonym erfolgten, so Michel.

Hin zu einer sauberen Stadt

Für Roger Brunner, Leiter der Dietiker Gesundheitsabteilung, ist der Kampf gegen das illegale Entsorgen ein weiterer Schritt hin zu einer sauberen Stadt. Mit den bislang eingeleiteten Massnahmen, beispielsweise dem Kampf gegen das Littering (siehe auch Kasten), sei man auf einem guten Weg, so Brunner. Diesen wolle man deshalb auch konsequent weiter gehen.