Während die Basler Polizei seit drei Wochen erfolglos nach dem flüchtigen Christoph Egger fahndet, gab der bekannte Pädophile dem deutschen Fernsehsender RTL am vergangenen Freitag ein Interview. Am Montagabend wurde es in der Magazin-Sendung «Extra» mit Birgit Schrowange zum Thema «Wenn Männer Kinder begehren» ausgestrahlt.

Darin spricht Egger, der sich auf der Flucht befindet, seelenruhig über seinen pädophilen Trieb, und darüber, dass er diesen unterdrücken könne, ja sogar im Griff habe. Er erzählt von drei Jungen, die er sexuell missbraucht hatte. Auch erläutert er in allen drei Fällen, wie die Polizei jeweils auf ihn aufmerksam wurde und warum es zu den Verwahrungen gekommen ist.

«Ich habe immer zuerst versucht, eine Freundschaft aufzubauen. Erst dann kam der sexuelle Teil dazu», sagt Egger.

Auch habe er alle seine Opfer geliebt. Doch heute finde er seine Taten ekelhaft.

Egger: «Es war sehr egoistisch von mir. Nur ich, ich, ich. Alles andere hat mich nicht interessiert.»

Er selbst hatte keine einfache Kindheit und wurde als Jugendlicher selbst Opfer von Missbrauch. Bereits im Alter von 25 Jahren zeigte sich dann seine sexuelle Neigung gegenüber kleinen Jungen.

Egger kritisierte daraufhin seinen ewig anfühlenden Aufenthalt in der Basler Klinik. Seine Therapie sei «nutzlos», weil er als «austherapiert» gelte. Denn dank der chemischen Kastration könne er sich nun auf andere Dinge, als seine sexuellen Vorlieben, konzentrieren.

«Wenn ich noch fünf Jahre in der Klinik sein muss, ist mein Leben kaputt. Dann noch eine Arbeit zu finden ist schwierig», so der 47-jährige Egger gegenüber RTL.

«Auf der Flucht zu sein ist sehr unangehen. Ich habe täglich Angst, erkannt zu werden», so Egger und ergänzt: «Das ist kein Zustand. Aus diesem Grund werde ich mich im Verlauf dieser Woche den Behörden stellen.»

Warum zögerten die Behörden?

Doch warum warteten die Behörden selber rund drei Wochen lang, bis man die Öffentlichkeit informierte? Wussten Sie sogar vom RTL-Interview und fühlten sich deshalb dazu gezwungen, zu informieren?

Andreas Knuchel, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements gegenüber mehreren Medien: «Christoph Egger hat über die Anwälte Kontakt mit dem Strafvollzug aufgenommen. Als wir keine Anzeichen hatten, dass er zurückkehren würde, haben wir die Fahndung öffentlich gemacht.» (nch)

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