Pharmaunternehmen
Basel partizipiert am Erfolg

Deutsches Pharmaunternehmen führt in beiden Basel klinische Studien durch Das weltweit aktive Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim führt immer zahlreichere klinische Studien in der Schweiz und insbesondere in Basel durch.

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21_universitätsspital basel_cav

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Werner Knecht

Boehringer Ingelheim hat eine eigentliche Forschungs- und Entwicklungsinitiative gestartet. So wurden letztes Jahr 22 Prozent des Umsatzes mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in die Forschung investiert. Und was bemerkenswert ist daran: Zunehmend werden klinische Studien in der Schweiz durchgeführt. Ein grosser Anteil entfällt dabei auf Basel.

Derzeit ist Boehringer Schweiz in 13 multinationalen aktiven Studien des Mutterhauses engagiert, die an 56 verschiedenen schweizerischen Zentren durchgeführt werden. In Basel wird die klinische Forschung am Universitätsspital sowie am Kantonsspital Bruderholz betrieben, und zwar von mehreren Forschungsteams unter Leitung hiesiger Professoren. Vor allem handelt es sich um innovative Entwicklungen in den Bereichen Infektionskrankheiten und Gerinnungsstörungen. Dazu Geschäftsführer Ulrich Schöberl: «Dank der Datenqualität der Schweizer Zentren und der mittlerweile erreichten Grösse unserer Einheit werden seit kurzem internationale Studien vom schweizerischen Geschäftssitz Basel aus organisiert, und es gelingt, auch an Studien in früheren Phasen zu partizipieren.»

Die hiesigen Forschungszentren, die von Boehringer Ingelheim Aufträge erhalten, befinden sich sowohl in der Deutschschweiz als auch der Romandie und im Tessin. In der Mehrzahl handelt es sich um Universitäts- und Kantonsspitäler, gefolgt von spezialisierten Praxen und Fachärzten. Allein in der Schweiz wendet Boehringer für die entsprechenden klinischen Studien jährlich mehrere Millionen Franken auf - mit steigender Tendenz. Die weltweit stattfindenden klinischen Tests und Forschungsaktivitäten schlugen vergangenes Jahr mit 2,1 Milliarden Euro (plus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr) zu Buche, was wie erwähnt 22 Prozent des Umsatzes in Humanpharma entspricht. Wie das Unternehmen anlässlich der Jahrespressekonferenz vom 21. April in Ingelheim mitteilte, stiegen die weltweiten Umsatzerlöse des Unternehmensverbandes auf 11,6 Milliarden Euro (Vorjahr 10,9 Milliarden Euro). Dies entspricht einem währungsbereinigten Anstieg von 9,5 Prozent und auf Euro-Basis um 5,9 Prozent.

Forschen lohnt sich

Offensichtlich lohnt sich ständiges Forschen und Entwickeln. So konnte sich das Unternehmen auch im schwierigen Umfeld des vergangenen Jahres gut behaupten und 2008 den in der Schweiz erzielten Umsatz um 6 Prozent auf 77 Millionen Franken erhöhen, wobei das erzielte Wachstum breit abgestützt ist über alle Geschäftszweige, also sowohl bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten als auch in den Bereichen Consumer Health Care (Selbstmedikation) und Tiermedizin. In diesem Bereich stiegen die Verkaufserlöse von 53 auf 56 Millionen Franken; auch die Tiermedizin wuchs mit 15 Prozent weit überdurchschnittlich. Letztes Jahr feierte das Unternehmen 50 Jahre Präsenz in der Schweiz und beschäftigt mittlerweile an die 100 Mitarbeitende, zwei Drittel davon in Basel. Trotz schwieriger gewordener Rahmenbedingungen wurde weder ein Personalabbau durchgeführt noch sind Stellenreduktionen geplant. Die Aussichten für das laufende Jahr werden als intakt beurteilt, vor allem wegen mehreren Neueinführungen innerhalb der nächsten zwei Jahre, die ein grosses Potenzial aufweisen. Und immer mehr partizipiert auch der Forschungsstandort Schweiz und insbesondere Basel an der gut gefüllten Produktpipeline.