Barrakuda
Barrakuda stürmt Liegenschaft in Füllinsdorf

Eine Sondereinheit der Polizei stürmte am Montagabend nach einer Vergewaltigung eine Wohnung in Füllindsorf. Der Täter hatte sich verschanzt, konnte dann aber festgenommen werden.

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Barrakuda stürmt Liegenschaft in Füllinsdorf

Barrakuda stürmt Liegenschaft in Füllinsdorf

bz Basellandschaftliche Zeitung

Alessandra Paone

Was sich am Montagabend an der Hauptstrasse 51 in Füllinsdorf ereignete, ist normalerweise nur in Filmen zu sehen. Rund 20 Polizisten umstellten die Liegenschaft und waren während mehrerer Stunden im Einsatz - darunter die Baselbieter Sondereinheit Barrakuda sowie Interventions-Spezialisten aus anderen Kantonen. Der Grund für den Grosseinsatz: In der Wohnung oberhalb des Restaurants Rössli war kurz nach 16 Uhr eine jüngere Frau vergewaltigt worden, wie die Baselbieter Polizei gestern mitteilte.
Der Täter, ein 56-jähriger Schweizer, hatte sich im Gebäude verschanzt. Der Polizei gelang es dann, den Mann zu überwältigen und festzunehmen. Der Täter befindet sich nun in Haft, und das Statthalteramt Liestal hat ein entsprechendes Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Verständigt wurde die Polizei durch das Opfer selbst. Dieses konnte sich erst nach einiger Zeit aus der Wohnung des Täters befreien. «Wir waren aber sehr schnell vor Ort und konnten entsprechend handeln», sagt Polizeisprecher Meinrad Stöcklin. Da in solchen Fällen mit dem Schlimmsten zu rechnen sei, hätten die anwesenden Patrouillen Verstärkung angefordert. Der Zufall wollte es, dass am Montag im Baselbiet die interkantonale Ausbildung der Interventions-Spezialisten stattfand. «Die Teilnehmer der Schulung waren gerade auf dem Weg zum Abendessen, als sie aufgeboten wurden», berichtet Stöcklin.

Unter Vorwand in die Wohnung gelockt

Zum sexuellen Übergriff kam es, weil der Täter die junge Frau unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt hatte. Unmittelbar nach der Tat wurde die weinende Frau in der Nähe des Kinderspielplatzes beim Einkaufszentrum Schönthal von diversen Personen angesprochen. Diese sowie Nachbarn, die allenfalls in den letzten Wochen und Monaten im Bereich der Liegenschaft an der Hauptstrasse 51 in Füllinsdorf verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sind gebeten, sich bei der Polizei zu melden (061 926 35 35).

«Der Täter ist der Polizei nicht ganz unbekannt», sagt Stöcklin. Deshalb schliessen die Ermittlungsbehörden nicht aus, dass der Mann schon früher Frauen in seine Wohnung gelockt und sexuell missbraucht hat.

Der Polizeieinsatz wurde von einem Paar* beobachtet, das vis-à-vis vom Restaurant Rössli wohnt. «Es war sehr eindrücklich, mitzuverfolgen, wie die Polizisten ihre Schutzwesten und Helme anzogen», erzählt die Frau. Ein Mann sei sogar mit Handschellen abgeführt worden. Das Paar hat den Einsatz fotografiert und gefilmt. Verdächtige Beobachtungen konnten die Nachbarn jedoch bisher keine machen. Der Bewohner der einzigen Wohnung in der Liegenschaft habe sich nie besonders auffällig verhalten.

*Die Namen sind der Redaktion bekannt.

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