Fisibach

Ballon-Drama in Fisibach: Jetzt spricht der Pilot

Ballonabsturz in Fisibach – Jetzt spricht der Pilot

Ballonabsturz in Fisibach – Jetzt spricht der Pilot

Die geplante Alpenüberquerung eines Trios endet für einen 66-jährigen Zuger im Zurzibiet tödlich. Zwei Männer werden mittelschwer verletzt. Einer davon ist Pilot R.S. Er sagt nun, wie sich die letzten Minuten über dem Boden abspielten.

Gestern Samstag, um 5 Uhr in der Früh: Drei Männer heben in Bad Zurzach mit einem Gasballon ab. Er soll sie über die Alpen in den Raum Mailand bringen.

Als der Ballon nach einer knappen Viertelstunde bereits die Höhe von rund 2000 Metern erreicht, beginnt die Katastrophe: «Noch bevor der Ballon prall gefüllt war, hat es die Hülle verrissen. Ich kann mir das nicht erklären», sagt Pilot R.S. nun gegenüber Tele M1. Er ist derzeit noch in Spitalbehandlung und kam mit mittelschweren Verletzungen davon.

«Wir sind sehr schnell heruntergekommen. Ich schätze etwa 10 Meter pro Sekunde. Ich habe dann massiv viel Sand herausgeworfen. Ich konnte den Aufprall damit etwas abbremsen», sagt R.S. weiter. Der Pilot fährt schon 33 Jahre lang Ballon und hat schon über 3500 Flugstunden.

Er konnte demnach die Passagiere in den letzten Minuten vor dem Aufprall noch vorbereiten: «Ich habe ihnen gesagt, dass sie möglichst locker stehen müssen, und in dem Moment, wo es klöpft, muss man fest in die Knie gehen – ja nicht vorher.»

Die Tipps des Ballonexperten haben allerdings nicht viel geholfen. Ein 68-jährige Fahrgast aus dem Kanton Zug stirbt wegen den schweren Verletzungen rund 20 Minuten nach dem Drama noch auf der Unfallstelle.

Der Tod seines Fahrgasts sei noch viel schlimmer als seine Schmerzen, sagt der Pilot. «Ich wünsche seiner Familie viel Kraft, dass sie den Verlust eines liebenswerten Menschen verkraften können. Ich bin mit tiefsten Gedanken bei ihnen», sagt R.S. weiter.

Gasballon-Absturz ist äusserst selten

Noch immer ist nicht bekannt, weshalb die Hülle des Gasballons riss und dieser abstürzte. Die Untersuchungen sind im Gange.

Ballonunfälle sind in der Schweiz äusserst selten. «Das Gefährlichste an einer Ballonfahrt sind die Anfahrt zum Startplatz und die Heimfahrt vom Landeplatz mit dem Auto», lautet ein bekannter Spruch.

Die wenigen Unfälle mit Gas- oder Heissluftballonen, die sich in der Schweiz in den vergangenen 20 Jahren ereignet haben, passierten beim Start oder bei der Landung, meist aufgrund von ungewöhnlich starken Windverhältnissen oder falscher Lagebeurteilung von Piloten. Ein Unfall, bei dem ein Ballon wie gestern in Fisibach aus grosser Höhe abstürzt, ist auch weltweit ein äusserst seltenes Ereignis. (sha)

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