Vordemwald
Bach tritt über die Ufer – Aargauer Zeltlager mit 50 Kindern evakuiert

Das Wasser der Pfaffneren hat das Lager der Jungwacht Blauring Lenzburg eingeschlossen. Momentan sind die Kinder in der Zivilschutzanlage untergebracht.

Caroline Kienberger
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Die Lagerleiter mussten den Zeltplatz wegen des Hochwassers räumen.

Die Lagerleiter mussten den Zeltplatz wegen des Hochwassers räumen.

Mit diesem Abenteuer hatten die Jungwächtler und Blauringmädchen aus Lenzburg nicht gerechnet: Die Feuerwehr Vordemwald musste am frühen Dienstagmorgen ihren Zeltplatz auf dem Grundstück eines Vordemwalder Landwirten an der Pfaffneren evakuieren, weil der Bach nach den starken Regenfällen über die Ufer trat. Sie wollten hier ihr zwölftätiges Sommerlager verbringen.

«Unser Küchenchef war als erster wach und sah, dass das Wasser über Nacht stark angestiegen war», sagt Lagerleiter Jonas Ledermann. Daraufhin hätten die Leiter die rund 50 Kinder geweckt. Sie mussten Gummistiefel und Regenhosen anziehen und wurden zum Zmorge ins Esszelt auf der Anhöhe oberhalb des Lagerplatzes geschickt, während die Leiter die Gemeinde informierten.

Wenig später traf die Feuerwehr ein und machte sich ein Bild der Lage. Der Bach hatte inzwischen einen Teil des Grundstücks unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr entschied, die Kinder mit dem Transporter in die Zivilschutzanlage zu bringen. «Die Zufahrt war schwierig, weil die Anhöhe von Wasser umschlossen war», so Feuerwehr-Einsatzleiter Roman Nöthiger. Die Kinder hätten aber keinen verängstigten Eindruck gemacht. «Es war aber auch kein reissender Bach, der sie umgab», sagt er.

Kein Blaulicht

Die Evakuierung machte den Kindern Spass, wie sie erzählen: «Es war cool, einmal mit einem Feuerwehrauto zu fahren», so eines der Kinder. Auch die Polizei chauffierte eine Gruppe. «Das war lustig, weil wir uns ein bisschen vorkamen wie Verbrecher», kichert ein Mädchen. Das Blaulicht habe die Polizei dabei leider nicht eingeschaltet.

Hoffen auf besseres Wetter

Leiter und Feuerwehr mussten die Zelte an der Pfaffneren inzwischen abbauen. Das Wasser steigt weiter an. «Wir hoffen, dass wir den Platz am Freitag wieder beziehen können», so Ledermann. Bis dahin essen und schlafen die Kinder in der Zivilschutzanlage.

Langweilig wird es ihnen dabei aber nicht: Das Programm mit verschiedenen Spielen bleibt trotz des Wetters bestehen. Und von der Evakuation werden die Jungwächtler und Blauringmädchen bestimmt noch ihren Enkeln erzählen.