Die Frau und der Mann hätten grossen Mut bewiesen und sich dem Täter entgegengestellt, obwohl sie sich dabei selbst höchster Gefahr aussetzten, sagte Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin und Stiftungsratspräsidentin der Carnegie-Stiftung am Freitag in Bern bei der Übergabe der goldenen Ehrenmedaille.

Der 17-jähriger Lette hatte Ende Oktober in Flums sieben Menschen mit einem Beil teilweise schwer verletzt. Der verwirrte Angreifer wollte die Menschen töten, wie er später gestand. Der Jugendliche hatte auf dem Postplatz zuerst ein Ehepaar von hinten angegriffen, das mit seinem achtmonatigen Kind unterwegs war.

Der 35-jährige Mann und seine 30-jährige Frau wurden schwer verletzt. "Die beiden Passanten, die eingriffen, wurden ebenfalls attackiert und leicht verletzt", teilte die Polizei nach der Bluttat mit.

Wie am Freitag in der Laudatio bei der Preisverleihung durch die Carnegie-Stiftung geschildert wurde, waren die beiden Helfer mit dem Auto unterwegs, als sie durch die angstvollen Schreie der jungen Frau auf das Verbrechen aufmerksam wurden. Der Jugendliche drosch mit voller Kraft mit der Axt auf die Frau ein. Zuvor hatte er den Vater des Kindes schwer verletzt.

Das Opfer war bewusstlos zusammengebrochen und hatte dabei den Kinderwagen umgerissen. Wendelin Marthy wollte den Täter aufhalten, wurde jedoch selbst mit der Axt angegriffen und verletzt. Seine Frau Beatrix ging auf den Täter zu und schrie ihn voller Wut ununterbrochen an bis dieser die Flucht ergriff.

"Der Jugendliche wollte mit dem Auto des Retter-Paars wegfahren, doch Beatrix Marthy versuchte, ihn mit aller Kraft daran zu hindern. Dabei schlug der Täter mehrmals mit der Axt auf Frau Marthys Hände“, heisst es im Redetext, der auf der Website der Stiftung nachzulesen ist.

Schliesslich fuhr der 17-Jährige mit dem Auto des Ehepaars Marthy davon, baute jedoch einen Unfall. Er flüchtete zu Fuss weiter und attackierte bei einer Tankstelle drei weitere Passanten, bevor er von der Polizei gestellt werden konnte.