Die Tat hat die Schweiz arg erschüttert: Viktor B. hat in der Znüni-Pause gezielt auf seine Arbeitskollegen geschossen: Drei Tote, sechs Schwerverletzte sowie eine leicht verletzte Person, so das Ausmass des Amoklaufs.

Am Donnerstag-Vormittag ist im Spital ein weiteres Opfer den schweren Verletzungen erlegen. Das teilt nun die Luzerner Kantonspolizei mit. Über den Gesundheitszustand der übrigen verletzten Personen liegen der Polizei keine Informationen vor.

Keine Armeewaffe

Die Kantonspolizei Luzern hat weitere Details über die Tatwaffe bekannt gegeben: So handelt es sich nicht um eine Armeewaffe. Der Täter hatte eine Pistole der Marke Sphinx, Modell AT 380, verwendet. Wie Viktor B. in Besitz dieser Waffe gekommen ist und ob er diese legal besessen hat, ist weiterhin unklar.

Eine solche Waffe verwendete Täter Viktor B. - eine Sphinx, Modell AT 380 - es ist damit keine Armeewaffe

Eine solche Waffe verwendete Täter Viktor B. - eine Sphinx, Modell AT 380 - es ist damit keine Armeewaffe

Umfeld wird unter die Lupe genommen

Die Polizei bestätigt in der Zwischenzeit, dass sie nun das Umfeld des Schützen unter die Lupe nimmt und hierzu tiefgründige Abklärungen durchführt.

Auch sind die Kriminaltechniker vor Ort an der Arbeit. Die Staatsanwaltschaft hat ausserdem die Obduktionen der Opfer angeordnet, sagte Polizeisprecher Urs Wigger am Morgen. Weiter wollte sich der Sprecher zu den polizeilichen Ermittlungen nicht äussern.

Motiv weiter unklar

So ist nach wie vor das Motiv des 42-jährigen Schweizers mit kosovarischen Wurzeln unklar.

Offenbar, so erzählen Mitarbeiter, hatte Viktor B. seit längerem psychische Probleme. «Im letzten Jahr hat er sich verändert. Oft wechselte er mitten im Gespräch völlig unverhofft das Thema - ich konnte seinen Gedankengängen teilweise kaum folgen», erzählt ein Mitarbeiter der «Neuen Luzerner Zeitung».

Der Täter wird als ehemaliger Kickboxer von Mitarbeitern weiter als «sehr fit» und ausserordentlich sportlich beschrieben.

Weitere Mitarbeiter berichten davon, dass Viktor B. Zwangsferien auferlegt worden sind. Er sei von der Geschäftsleitung für drei Wochen in den Urlaub geschickt worden. «Eigentlich hatte er frei. Ich habe mich noch gewundert, was er hier macht», sagt ein Arbeitskollege gegenüber «Blick».

«Seither war er noch verschlossener, ass in der Kantine alleine», sagt er weiter. «Obwohl wir eng zusammenarbeiteten, hat er nur das Nötigste mit mir gesprochen. Er war ein Aussenseiter im Betrieb.»

Mitarbeiter stoppten Amokläufer

Wie die Tat im Detail ablief, ist noch unklar. Es gibt aber Anzeichen, dass der Amok-Schütze von anderen Mitarbeitern gestoppt wurde: Ein Mitarbeiter habe Viktor B. mit einem Stuhl niedergeschlagen.

Gedenkfeier in Willisau und Menznau

Heute Donnerstag-Nachmittag findet in Willisau in der katholischen Pfarrkirche eine öffentliche Gedenkfeier statt.

Morgen Freitag wird eine Gedenkfeier am Unglücksort in Menznau ausgetragen. Neben einem grossen Teil der Belegschaft der betroffenen Firma Kronospan wird auch der gesamte Gemeinderat von Menznau erwartet. (sha)

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